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Bereits bevor die ersten Weine auf die Flasche gefüllt waren, wurde dem 2000er Rotweinjahrgang in Österreich das Attribut "Jahrhundertjahrgang" verliehen. Ob der Jahrgang die Vorschlusslorbeeren verdiente und ob er auf den 99er wirklich noch einen drauf setzen konnte, sollte der zweite Rotweingipfel in Mayerling zeigen.
 

Rund 70 Produzenten stellten diesmal 119 Weine zur Verkostung an und gaben damit die einmalige Gelegenheit, sich ein nahezu vollständiges Bild über die österreichische Rotweinszene zu machen. Lediglich eine Hand voll hoch gehandelter Tropfen fehlte, darunter vor allem jene der Familie Pöckl, da Manfred Pöckl es strikt ablehnt, Weine vor der Abfüllung aus dem Haus zu geben. Angesichts der Tatsache, dass einige der angestellten Fassproben eindeutig außer Form waren, muss diese Einstellung sicher respektiert werden.

Doch nicht nur manche Fassproben machten uns Sorgen. Eine ganze Reihe von Spitzenweinen wurde den Erwartungen nicht ganz gerecht. Das lag zweifellos zum Teil an individuellen Flaschenfehlern oder vereinzelt schlicht am Füllschock. In manchen Fällen hatten die Produzenten jedoch offensichtlich Probleme mit dem mit dem heißen Jahrgang. Die oft in überreifem Zustand geernteten Trauben erbrachten manchmal fast plumpe Weine mit allzu marmeladigem Charakter. Auch die hohen Alkoholgrade konnten oft nicht perfekt eingebunden werden.

Die Überraschungen waren allerdings nicht nur mit negativem Vorzeichen versehen. Einige der am höchsten bewerteten Weine stammten von außerhalb Österreichs noch kaum bekannten Produzenten. Und vor allem die Anbaugebiete Carnuntum und Thermenregion bewiesen mit zum Teil überragenden Ergebnissen, dass ihnen von Seiten der Presse und der Verbraucher immer noch zu wenig Aufmerksamkeit zu Teil wird.

Unter den Rebsorten machte der Blaufränkisch deutlich, welch erstklassiges Potenzial in ihm steckt. Am erstaunlichsten ist jedoch das Abschneiden einer Rebsorte, die man in der Vergangenheit schon als für Österreich ungeeignet abstempelte. Mit bald einem Dutzend erstklassiger Exemplare, von denen einige mit den besten Weinen ihrer Art konkurrieren können, lieferte der Cabernet Sauvignon ein höchst beeindruckende Vorstellung. Unter den Cuvées gebührt dem Pannobile ohne Zweifel eine besondere Anerkennung: Alle angestellten Gewächse dieser relativ neuen burgenländischen "Marke" konnten mehr als überzeugen.

Ist nun der 2000er eindeutig besser als sein Vorgänger? Sicherlich war die Qualitätsdichte in der Spitze nie so hoch wie in diesem Jahrgang. Dennoch kann die Frage im Einzelnen nicht abschließend beantwortet werden. Oft ist es reine Geschmackssache, ob jemand den zumeist satten, süßen und kraftvollen 2000ern oder den eher kühleren, häufig fester strukturierten und komplexeren 99ern den Vorzug gibt. Und in vielen Fällen werden ohnehin einige Jahre ins Land gehen müssen, bevor ein endgültiges Urteil möglich ist.

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