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Mein Namenspatron heisst Petrus, es ist also jener Jünger, der seinen Herrn verleugnet hat, noch ehe der Hahn dreimal krähte. Färbt die biblische Überlieferung auf mich ab, wann und wo ich auch immer Deutschlands Weisswein Nummer eins, den Riesling, verleugne, als ob der Hahn dauernd krähen würde? Meine deutschen Weinfreunde sind überzeugt, dass ich nicht als Petrus, schon eher als Paulus, noch besser als Saulus durch die Weinwelt ziehe und daher irgendwann zu bekehren sei. Keine Gelegenheit dazu bleibt ungenutzt.

 

Das Weingebiet Deutschlands% das wohl auch jeder Schweizer kennt: die Mosel

Doch die Bekehrung hat noch nicht stattgefunden. Bis heute habe ich immer meine heimliche Liebe zum Riesling verleugnet. Dabei liegt es weniger am Riesling als vielmehr an meiner Sozialisation., in der Schweiz auch mit Dorin, Fendant oder Perlan bezeichnet, je nachdem, aus welchem Kanton er stammt. Selbst trockene Rieslinge, mit einem Restzuckergehalt von unter 8 Promille, sind mir noch zu süss. Was soll ich tun? Ich will doch meine deutschen Weinfreunde nicht verlieren. Sie zum „Chasselas“ oder gar zum „Räuschling“ zu bekehren, ist weit schwieriger als mich dem Riesling zu nähern. Hinter ihrer Haltung steckt eine riesige Portion Überzeugung und eine schon fast unvorstellbare Standhaftigkeit. Ist es jetzt dem deutschen Weininstitut gelungen, meine Uneinsichtigkeit zu brechen? Jedenfalls glaube ich bereits eine warnende Stimme zu vernehmen: „...warum, warum verfolgst Du mich?“

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