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Das wichtigste in einer immer unübersichtlicheren und von unzähligen Markennamen geprägten Weinwelt ist die Orientierung und eine nachvollziehbare Zuordnung. Eine Herkunftsgarantie, der damit verbundene feststehende Sortenspiegel und dazu die Produktionsvorschriften wurden daher in Ländern wie Frankreich und Italien schon vor Jahrzehnten eingeführt. Auch in Österreich hat die Diskussion darüber bereits vor über 15 Jahren eingesetzt, aber es dauerte bis 2003, um zu einem sichtbaren Ergebnis zu kommen. Eine lange Zeit. Sie bot aber auch die Möglichkeit der intensiven Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Systeme.

Als der für Österreich passende Modus festgelegt worden war, passierte erst einmal nichts. Praktisch alle Gebiete hatten etwas anzumerken, man sah zum Teil die Sinnhaftigkeit nicht, konnte sich nicht auf Sorten und Modi einigen, kurzum, ein zweiter Diskussionsprozess setzte ein. Das Weinviertel erkannte früh die Chancen und Vorteile des DAC-Konzeptes und war bei der Einführung der Vorreiter.


Das Weinbaugebiet


Das Weinviertel


Das Anbaugebiet Weinviertel liegt nördlich der Donau im Osten Österreichs und umfasst eine Rebfläche von knapp 16.000 Hektar, die Hälfte davon ist mit der Sorte Grüner Veltliner bestockt. Die Weinviertler Böden sind auf Grund der Ausdehnung des Gebietes unterschiedlich, es dominieren aber Löss-, Lehm-, Urgestein- und Schwarzerde-Böden. Das Klima ist kontinental und etwas rau, nur im äußersten Osten gibt es einen pannonischen Einfluss. Die Weingärten liegen etwa zwischen 200 und 250 Meter Seehöhe.


Weinviertel DAC

Das Regionale Komitee Weinviertel definierte vor fünf Jahren als erstes die Gebietstypizität ihres Weinbaugebietes und setzte dies im Jahr 2003 zum ersten Mal in die Praxis um. Obwohl man natürlich optimistisch war, hätte niemand gedacht, dass das einen so nachhaltigen Schub für die Qualitätsweinproduktion und die Vermarktung der Weinbauregion bringen würde.

Die Einführung des "Weinviertel DAC" hat wesentlich zur eindeutig positiven Positionierung des Weinviertels und des dort heimischen Grünen Veltliners beigetragen. Damit befindet sich die Weinwirtschaft im Weinviertel in einer deutlich besseren Position als je zuvor. Mittlerweile produzieren mehr als 500 Betriebe bereits 1,8 Millionen Flaschen des "Weinviertel DAC" pro Jahr. Dieser ist heute als Erfolgsfaktor nicht mehr wegzudenken und bildet inzwischen eine bedeutende Existenzgrundlage für zahlreiche Produzenten. Die Gründe für den Erfolg sind die konsequente Umsetzung des DAC-Konzepts und das Festhalten am Geschmacksprofil.


Unverwechselbarer Charakter

Die zugelassene Rebsorte für einen Weinviertel DAC: Grüner Veltliner% © ÖWM
Eine aktuelle Studie bestätigt nun auch, dass sich der Grüne Veltliner aus dem Weinviertel mit seinen eindeutigen Aroma- und Geschmacksbildern deutlich von allen anderen Weinbauregionen unterscheidet. Die durch chemische und statistische Verfahren bestätigten Ergebnisse ergaben, dass Grüne Veltliner aus dem Weinviertel mit einem sehr einheitlichen Qualitätspotenzial und von anderen Weinbaugebieten unterscheidbarem, nachvollziehbaren Grundaroma hervorbringt. Die entsprechenden Weine aus den an das Weinviertel angrenzenden Weinbauflächen, die als direkter Vergleich in die Untersuchungen einbezogen wurden, zeigten ein zwar ähnliches Kostbild, das aber dennoch in mehreren entscheidenden Punkten von den Weinviertler Weinen abwich.
Damit ist die Eigenständigkeit des Weinviertler Grünen Veltliners und des Weinviertel DAC auch wissenschaftlich untermauert. Sehr zur Befriedigung von Roman Pfaffl, dem Vorsitzenden des Regionalen Komitees, für den dies als einer der besten Produzenten des Weinviertels und Österreichs aber natürlich keine wirkliche Überraschung darstellte.

Dies bestätigt auch die Wein-Plus Schwerpunktverkostung der Weine des Jahrganges 2006. Sehr häufig traten Birnen- und Apfelaromen auf, zusammen mit den so typischen pfeffrigen Noten. Die früher oft sehr rustikale Art vieler Weine ist einer sympathischen Kernigkeit und dezenten Mineralik gewichen, ohne dass diese ihre Ursprünglichkeit dabei eingebüßt hätten.


Was ist ein „Weinviertel DAC”?

Die Weine müssen den gesetzlichen Vorschriften für Qualitätswein entsprechen. Der Weinviertel DAC ist ein gebietstypischer Grüner Veltliner, der an seiner hell- bis grüngelben Farbe und seinem pfeffrig-würzigen, feinfruchtigen Geschmack zu erkennen ist. Er muss trocken mit max. 6g/l Restzucker ausgebaut sein und darf weder einen Holz- noch Botrytiston aufweisen. Der Alkoholgehalt muss mindestens 12 vol% betragen. Die Weine werden einer zusätzlichen Verkostung unterzogen, bei der sich die typischen Gebiets- und Sortencharaktere bestätigen müssen.


Resumée

Darüber debattieren, ob nicht die Alkoholuntergrenze mit 12% doch zu hoch gewählt sei oder ob der Grüne Veltliner mit 13% oder mehr noch typisch sei, kann man natürlich. Wir können aber allemal die Typizität und den eindeutigen Herkunftscharakter der Weine des "Weinviertel DAC" attestieren, es sind daher eher müßige Überlegungen.

Mehr als 2/3 der Weine bewegen sich im Bereich „sehr gut”, einige auch darüber, wobei unsere Verkostung einen Querschnitt durch die einzelnen Untergebiete des Weinviertels darstellt. Sie sind durch die Bank vielseitige Essensbegleiter mit einem meist ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis, die in den ersten zwei Jahren nach der Ernte getrunken werden sollten.

Eine Liste mit allen verkosteten Weinviertel DAC-Weinen des Jahrganges 2006 finden Sie hier.

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