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Das Traisental ist das jüngste österreichische Weinbaugebiet, sieht man einmal von der noch nicht in Kraft getretenen Regelung bezüglich des Wagram und Klosterneuburg ab. Die erlangte Eigenständigkeit nach der Abtrennung vom Weinbaugebiet Donauland im Jahre 1995 war auch eine logische, weil sich das Traisental von der geographischen Lage, den topographischen Gegebenheiten, der Klimatik und den Bodenformationen von der etwas willkürlichen vorherigen Zugehörigkeit schon deutlich unterscheidet.

Klar zu erkennen: Traisental DAC
Mit seinen 683 ha Rebfläche und den knapp über 700 Weinbaubetrieben zählt das Weinbaugebiet Traisental zu den kleinsten Österreichs. Die dominante Sorte ist der Grüne Veltliner mit über 60%, danach folgt der Riesling (weißer Riesling) mit gut 11% der Lesemenge, den Rest teilen sich in Österreich übliche Weißweinsorten, der Rotweinanteil kann vernachlässigt werden. Damit sind beinahe ¾ der Weine des Traisentales mögliche Anwärter für die Anerkennung als DAC. Das Gebiet beginnt am Ufer der Donau in der Nähe von Krems und endet bei der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten, wobei sich die Rieden zum Teil an den letzten Abbrüchen der Waldviertler Granitplatte zum Fluss Traisen hin befinden. Die sanften Abhänge haben in der Hauptsache eine südöstliche Exposition. An den Hängen bricht der Granit manchmal durch, während in den flacheren Lagen trockener, sandiger und schottrig-lehmiger Boden vorherrscht.

Traisental ist das jüngste DAC Gebiet, wobei die Ernte 2006 noch als Parallelernte vermarktet werden konnte. Das heißt, dass die Weinbauern sich aussuchen konnten, ob sie ihre Weine als Traisental DAC oder als Traisentaler Qualitätswein auf den Markt bringen wollen.

Als erste DAC Österreichs erlaubt das Traisental mit Grünem Veltliner und Riesling zwei Rebsorten. Es versteht sich von selbst, dass dafür ausschließlich Trauben aus dem Gebiet zugelassen sind, der Wein darf überdies nur im Gebiet und in Glasflaschen abgefüllt werden.


Die Weine müssen folgende Eigenschaften aufweisen:

Technisch:

Alkohol: auf dem Etikett 12,0 oder 12,5 alc. % Vol.
Zucker: bis 4 g Restzucker beim Grünen Veltliner, bis 9 g Restzucker bei Riesling

Geschmacklich:

Grüner Veltliner: „frisch, fruchtig, würzig, keine Botrytisnote, kein Holzton, nicht einseitig alkohollastig”.
Riesling: „kräftig, kernig, aromatisch, mineralisch, keine Botrytisnote, kein Holzton, nicht einseitig alkohollastig.”


Diese Weine sind also Qualitätsweine, die zusätzlich zu den gesetzlichen Vorgaben durch eine strenge kommissionarische Verkostung als regionstypisch bewertet wurden. Dafür wird im Januar ein Wein vom IK Traisental in einer ebenfalls gedeckten Verkostung als Pegelwein bestimmt und steht den Kostern dann als Vergleichswein zur Verfügung. Wird bei der DAC Verkostung befunden, dass ein Wein nicht den geschmacklichen Anforderungen entspricht, kann er natürlich korrekterweise als Qualitätswein aus Niederösterreich bezeichnet werden.

Eine Frage, die nun im Gebiet heiß diskutiert wird, betrifft spezielle Lagenweine, die zwar den geschmacklichen Anforderungen weitgehend gerecht werden, aber den technischen nicht. Das betrifft Weine, für die hochreife Trauben gelesen wurden, und daher nach der Vergärung den Maximalgehalt an Alkohol überschreiten. In Sachen „ohne Botrytis” gibt es dabei keine Differenzen. Es geht also mit um die wertvollsten Weine des Gebietes, die durch die derzeitige DAC-Regelung nicht als solche bezeichnet werden können. Unsere Schwerpunktverkostung zeigt, dass die eingereichten DAC- Weine von sehr guter, zum Teil ausgezeichneter Qualität sind, und das bei moderaten Alkoholwerten (trocken!). Also ein Argument für die bestehende Regelung. Andererseits fragt man sich natürlich, warum großartige Terroirweine, nur weil sie vielleicht 13,5% Alkohol aufweisen, keiner DAC würdig sein sollen. Man darf gespannt sein, wie sich die Verantwortlichen des Gebietes entscheiden. Von unserer Seite können wir auf jeden Fall sagen, dass schon der Start der neuen DAC ein mehr als erfolgreicher ist und werden daher jedweder Entscheidung in dieser Sache positiv gegenüber stehen. Es soll aber schon erwähnt werden, dass die Tendenz im Gebiet zur zusätzlichen Anerkennung der „speziellen” Weine geht.

Die uns zugegangen „klassischen” Weine entsprachen jedenfalls zum allergrößten Teil den Vorgaben des DAC Traisental vorbildlich.

Eine Auswahl sehr guter Weine des Jahrganges 2006 finden Sie hier.

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