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Cavallile-redini-tenuta-degli-deiWenn man registriert, wer Besitzer dieses Weingutes ist, liegt das Wort Mode auf der Zunge. Es passt so gut zu diesem Wein, den ich nicht unbedingt als modisch, eher als charmant oder als Charmeur (Schmeichler) bezeichnen würde. Es ist ein Wein, der gefällt. Und warum soll (und darf) ein Wein nicht gefallen? Die Tenuta degli gehört dem berühmten Modeschöpfer aus der Toscana, Roberto Cavalli. Sein Sohn Tommaso begann vor etwa zehn Jahren das Weingut aufzubauen und sich – nach der Pferdezucht - dem Weinbau zuzuwenden (oder beides parallel zu pflegen). Auf Grund der präsentierten Weine mit Erfolg. Das Flaggschiff, der „Cavalli“ ein elegantes Schwergewicht, dunkel fast wie ein Cahor-Wein, mit schweren Aromen von Brombeere, Lakritze, Kakao. Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot, Alicante, also das, was man als Supertoskaner oder eben Bordeaux-Blend bezeichnet. Kein Sangiovese im typischen Chianti-Gebiet. Modern, könnte man sagen, jedenfalls nicht traditionell, aber etwas, das sich gut verkaufen lässt. Nun hat Tommaso Cavalli einen zweiten Wein kreiert, eben diesen „Redini“: Originalton: „„Jahr für Jahr waren wir von der Weichheit unseres Merlots beeindruckt, Wir wollten seine Eigenständigkeit respektieren und ihn nicht mehr dem Erstwein des Gutes, dem IGT Cavalli Tenuta degli Dei, einer Cuvée verschiedener Rotweinsorten, zufügen." So entstand also dieser weiche, fruchtige, schmeichlerisch „Le Redini“, (zu Deutsch: der Zügel), der – das muss man ihm attestieren – im Verhältnis Preis-Leistung mit ca. 20 Euro die Nase vorn hat. Es sei ein Charakterwein, suggeriert die Werbung: „neben seinen sortentypisch schmeichelnden Noten trägt diese neue Kreation den unverkennbaren Charakter seiner Heimat Toskana.“ ten5 Wenn ich noch immer diesen Charakter suche, liegt dies vielleicht an mir. Als Liebhaber des Tessiner-Merlots (mit ausgeprägtem Charakter), finde ich im „Redini“ wenig Charakter, schon gar keinen toskanischen. Es ist sicher ein gut gemachter, gut vermarktbarer, genussvoller Wein, der den Augenblick liebt, auch nicht unbedingt austauschbar ist, aber kaum die Sprache der Weinregion spricht. Dahinter steckt doch sehr viel Internationalität oder – dies liegt ja geradezu in der Anlage – ausgeprägtes Modebewusstsein. Mode kann ja auch schön und genussvoll sein, vor allem, wenn sie sich preislich nicht an der „Haute Couture“ orientiert, sondern schon eher am „Prêt-à-porter“ orientiert.

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