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Der Junker kommt ins Mannesalter, er feiert heuer nämlich seinen 20. Geburtstag. Er wurde 1987 von 9 führenden Winzern ins Leben gerufen, nicht zuletzt wegen des damals neuen Weingesetzes und der sichtbaren Erfolge einer anderen Leichtweinbezeichnung, der Steinfeder. Knackig sollte er sein, nicht angekränkelt von Botrytis und Holz, für österreichische Verhältnisse leicht und auf jeden Fall staubtrocken. Das, was der Liebhaber der Steiermark eben als „klassisch” bezeichnet. Natürlich soll die Fruchtigkeit im Vordergrund stehen, er darf auch mal ungestüm sein, etwas mehr als rassig hin und wieder, kurzum, weder seine Herkunft und schon gar nicht seine Jugend verleugnen. Alles Eigenschaften, die ein guter steirischer Weinbauer mit einem Jungwein erreichen kann, wenn er ein Herz dafür hat. Und das haben in der Zwischenzeit erfreulich viele.

Sicherlich ist die Marke „Steirischer Junker” eine der erfolgreichsten überhaupt, was den Weinbau betrifft. Aber es sind ihm auch wahrlich Flügel gewachsen, viele hunderttausend Flaschen pro Jahr gehen als erste Boten des neuen steirischen Weinjahrganges nicht nur nach ganz Österreich, sondern auch ins Ausland. Dass das Niveau gewahrt wird, darüber wacht die wirklich geballte Kompetenz zahlreicher Spitzenweinbauern im Vorstand und Beirat des Vereines.

Welche Sorten im Junker Verwendung finden dürfen, ergibt sich aus dem steirischen Weingesetz. Ein Traminer oder Grauburgunder wird es wohl kaum sein, ein pfiffiger Muskateller oder leicht grasiger Sauvignon Blanc, auch mal etwas Müller Thurgau und natürlich Welschriesling sind die gängigen Sorten. Die Reinsortigkeit ist auch kein Kriterium, es geht um den Geschmack, den Trinkspaß.

Es muss schon betont werden, dass dieser Weintyp nur für Liebhaber, nun sagen wir mal, rassiger Weine mit ordentlichem Biss ist, wer schmeichelnde Süße oder die geschliffene Harmonie sucht, muss sich unbedingt gedulden. Auch sind diese unkomplizierten Weine nicht als Begleiter für große Menues gedacht, deftiges Fingerfood, auch mal ein Salat oder ein kerniger Käse, das sind die Beilagen zum flüssigen Hauptgericht. Kurz ist es auch, das Vergnügen, die meisten Weine sollten bis Februar getrunken sein.

Wer also betonte Frische und Jugendlichkeit im Wein sucht, der wird hier fündig, die Vielfalt bei aller Ähnlichkeit ist groß, wer suchet, der findet sicher.

Unser Eindruck des Jahrganges 2007, den wir durch die kleine, aber recht feine Auswahl von Junkern aus den 3 Weinbaugebieten bekamen, ist ein durchwegs erfreulicher. Fast alle Proben bestachen durch klare Frucht, natürlich knackige, aber passende Säure und Saftigkeit. Viele der jungen Spunde erreichten eine sehr gute Bewertung, einige davon sind Weine, die man als Erwachsene auch noch gerne wiedersehen würde. Es scheint sich ein wirklich guter Jahrgang anzukündigen, wenn man diese ersten Verführer nicht ganz zu Unrecht als Vorboten nimmt.

Eine Liste mit gelungenen Junkern aus 2007 finden Sie hier.

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