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Hochklassige Weine hat es immer gegeben. Zahl und Vielfalt an Spitzenweinen, von denen einige sogar Kultstatus genießen, waren aber noch nie so groß wie heute. Doch mit dem Qualitätsschub, der den Weinbau in den letzten 20 bis 25 Jahren auf breiter Front angetrieben hat, wurden auch die Preise für eine Vielzahl von Weinen in ungeahnte Höhen katapultiert. Das macht Auktionen – neben dem besonderen Reiz, der damit verbunden ist – auch für private Weinliebhaber als Einkaufsplattform immer interessanter. Grund genug, einmal die Möglichkeiten zum Weinkauf bei Versteigerungen in Deutschland und den Auktionsmarkt unter die Lupe zu nehmen und vor allem die oft gestellte Frage „Schnäppchenmarkt oder Risikogeschäft?“ zu beantworten.

Zum Ersten% zum Zweiten und zum Dritten: Auktionator Stefan Sedlmeyr von der Munich Wine Company in seinem Element (Foto: Hailer)

Wo Weine unter den Hammer kommen

Bevor man das erste Gebot auf einer Versteigerung abgeben kann, heißt es sich zunächst einmal informieren, wo überhaupt Weine unter den Hammer kommen. Grundsätzlich gibt es zwei gute Möglichkeiten, um Wein zu ersteigern:

  1. Die von ihrem Geschäftsmodell her klassischen Auktionshäuser – unabhängig davon, ob sie auch Präsenzauktionen durchführen oder nur als Internetanbieter auftreten; das sind in Deutschland Koppe & Partner Weinauktionen, die Munich Wine Company und WeinCash.
  2. Die typischen Onlineversteigerer, allen voran natürlich der Branchenprimus Ebay.

Die in Deutschland tätigen Auktionshäuser werfen vor allem ihre Fachkompetenz, Seriosität und Zuverlässigkeit in die Waagschale. Das bedeutet konkret: Sie begutachten die Weine, bevor diese in den Versteigerungskatalog aufgenommen werden. Sie bürgen dafür, dass der Zustand der Flaschen (vor allem in Bezug auf Füllniveau und Aussehen der Etiketten) wirklich der Beschreibung entspricht – und dokumentieren das bei Internetauktionen auch durch aussagekräftige Fotos. Und sie gewährleisten, dass die Weine für beide Seiten – Verkäufer wie Käufer – fair taxiert werden.

Ein Blick in den Saal: Weinauktion von Koppe & Partner im Hotel Königshof in München (Foto: Hailer)

In der Regel kauft man in Auktionen unter den handelsüblichen Preisen ein. Bei den meisten angebotenen Weinen – zumal dann, wenn sie im Handel noch erhältlich sind – macht es nur unter dieser Voraussetzung überhaupt Sinn, sie zu ersteigern. Erfahrene Schnäppchenjäger warten bei Auktionen gerne auf den so genannten „Nachverkauf“ jener Weine, die keinen direkten Abnehmer gefunden haben. Diese können dann zum unteren Schätzpreis oder manchmal sogar noch ein wenig günstiger „abgestaubt“ werden. Das setzt aber voraus, dass man nicht auf bestimmte Weine fixiert ist und diese nicht „um jeden Preis“ kauft – ohnehin die beste Taktik, um den Weinkeller bei Auktionen vergleichsweise günstig zu füllen.

Eine noch größere Chance, besondere Schnäppchen zu machen und Weine teils weit unter ihrem Marktwert (bezogen auf den Handel) zu kaufen, hat man bei den Onlineversteigerern. Allerdings „bezahlt“ man die Spekulation auf Billigpreise auch mit einem deutlich höheren Risiko, Opfer unseriöser Anbieter und ihrer Tricks zu werden. Deshalb ist hier erhöhte Vorsicht geboten und vor lauter Schnäppchengier nicht der Verstand ausgeschaltet werden (siehe dazu die Ratschläge für den Weinkauf im Internet).

Hochwertige Großflaschen sind begehrte Sammlerstücke bei passionierten Weinliebhabern.

Kontaktdaten der Weinauktionshäuser

Koppe & Partner Weinauktionen
Büro Nord:
Postfach 104063, D-28040 Bremen
Telefon (0421) 242455, Fax (0421) 242359
Büro Süd:
Aschauer Str. 3-5, c/o Michael Unger, D-83112 Frasdorf
Telefon Telefon (08052) 951382-0, Fax (08052) 951382-8
Internet www.weinauktion.de
E-Mail info@weinauktion.de

Munich Wine Company
Jägerstraße 2, D-82041 Deisenhofen
Telefon (089) 678055-50, Fax (089) 678055-77
Internet www.munichwinecompany.com
E-Mail info@munichwinecompany.com

WeinCash
Am Wehrhahn 50, 40211 Düsseldorf
Telefon (02471) 1322250, Fax (02471) 1322255
Internet www.weincash.de
E-Mail info@weincash.de

Erstes Weinauktionshaus: Koppe & Partner

Ein Trio% bei dessen Anblick jeder Weinliebhaber schwach wird (von links): Mouton-Rothschild% Pétrus und Lafite-Rothschild (Foto: Hailer)
Es begann alles im Jahre 1995: Damals wurde Koppe & Partner mit Sitz in Bremen als erstes deutsches Weinauktionshaus gegründet, und noch im gleichen Jahr startete es mit seiner ersten Präsenzauktion in Düsseldorf. Früher als alle Mitbewerber setzte Koppe & Partner auch auf das Internet und veranstaltete 1996 – als erstes Auktionshaus weltweit – seine erste Onlineversteigerung. Damals war auch noch das Züricher Auktionshaus Steinfels mit regelmäßigen Saalauktionen in Deutschland zu Gast, zog sich einige Jahre später aber aus dem deutschen Markt zurück. Heute wird Koppe & Partner von fünf persönlich haftenden Gesellschaftern geführt: Gernot Koppe, Heiner Lobenberg, Jens Krau, Dr. Wulf Unger und Michael Unger, unter anderem zuständig für die Pressearbeit.

Bei der Zahl der Auktionen und beim Umsatz ist Koppe & Partner die klare Nummer 1 auf dem deutschen Weinauktionsmarkt. Das Unternehmen führt jährlich acht Präsenzauktionen in Hamburg, Düsseldorf, Berlin, Frankfurt, Stuttgart, München und auch in Wien durch. Dazu kommen monatliche Internetauktionen – also zwölf an der Zahl – zu einem festen Termin: Sie enden jeweils am ersten Sonntag eines Monats und starten stets am Mittwoch davor (Internetadresse siehe Kasten mit den Kontaktdaten).

Aus Weinleidenschaft: Munich Wine Company

Pétrus total: Flaschensortiment eines der besten und teuersten Weine der Welt aus der AC Pomerol in Bordeaux.
Hinter der im Herbst 2004 gegründeten Munich Wine Company mit Sitz in Deisenhofen bei München stehen als Gründer und Geschäftsführer zwei Männer, die ihre Leidenschaft für Wein zum Beruf gemacht haben: der Diplom-Sommelier UIW und zugelassene Auktionator Stefan Sedlmeyr (ehemaliger Leiter der mittlerweile nicht mehr bestehenden Weinabteilung beim traditionsreichen Münchener Kunstauktionshaus Hampel) und der EU Betriebswirt (Groß- und Außenhandel) Hans Friedrich. Das vergleichsweise noch junge Unternehmen hat sich schnell zu einer festen Größe auf dem deutschen Auktionsmarkt entwickelt und profitiert heute auch von sehr guten internationalen Kontakten.

Die vier Präsenzauktionen, die aktuell pro Jahr von der Munich Wine Company organisiert werden, finden ausschließlich in den eigenen Räumen in Deisenhofen statt. Außerdem werden jährlich acht bis zehn Onlineversteigerungen abgewickelt, wobei die Internetauktionen nach Auskunft von Stefan Sedlmeyr etwa 25 Prozent Anteil am Umsatz der Munich Wine Company aus dem Auktionsgeschäft haben (Adresse und Website siehe Kasten mit den Kontaktdaten). Daneben bietet die MWC als weiteres Dienstleistungsangebot unter anderem den Sofortverkauf von Kommissionsware, die Vermittlung von Weinen und die Entgegennahme von Suchaufträgen an.

Neuer „Player“ auf dem Auktionsmarkt: WeinCash

Hochwertige deutsche Weine finden in den Auktionen nur einen eingeschränkten Interessenten- und Käuferkreis
Was Fachkompetenz, Kontrolle der zur Versteigerung angebotenen Weine, Seriosität und Verlässlichkeit betrifft, ist auch WeinCash als jüngster „Player“ auf dem Weinauktionsmarkt in Deutschland ein Auktionshaus im klassischen Sinne. Trotzdem gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen dem im Herbst 2007 gegründeten Unternehmen und seinen Marktkonkurrenten: Es versteigert nur online – erstmals im März 2008 – und führt keine Präsenzauktionen durch. Im vergangenen Jahr gab es fünf Onlineversteigerungen von WeinCash. Auch für heuer sind wieder vier bis sechs Auktionen in Planung, die erste Anfang März.

An einen festen Terminplan und Auktionsrhythmus will man sich bei WeinCash nicht binden. Eine neue Versteigerung mit einer Laufzeit von durchschnittlich zehn Tagen wird nur dann gestartet, „wenn wir glauben, unseren Käufern ausreichend interessante Lots anbieten zu können“, erläutert Stefan Gerner, einer der beiden Geschäftsführer von WeinCash neben Sascha Dörfler. Als weitere Gesellschafter des Unternehmens sitzen seit dem ersten Tag der bekannte Weinbuchautor und Bordeauxkenner René Gabriel und „Stevie“ Tarach mit im Boot. Alle vier sind – aufgrund von verschiedenen Handels- und Marketingaktivitäten – alles andere als unbeschriebene Blätter in der Weinszene.

Finanz- und Wirtschaftskrise prägt 2009

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise sei 2009 zwar auch am Wein- und Auktionsmarkt nicht spurlos vorbeigegangen, doch die Auswirkungen seien – über das ganze Jahr gesehen – moderater ausgefallen als zu befürchten war: So lautete der übereinstimmende Tenor bei den Vertretern der Auktionshäuser.

Aus konkreten Zahlen zur Umsatzentwicklung macht man aber lediglich bei der Munich Wine Company kein Geheimnis: Im Jahre 2008 hatte sie noch für rund 1,4 Millionen Euro Wein umgesetzt, 2009 waren es etwa 300.000 Euro weniger. Vor allem zwischen Herbst 2008 und Herbst 2009, so Stefan Sedlmeyr, habe das „High-End-Geschäft“ – also die Umsätze im Höchstpreissegment – deutlich nachgegeben und „die Zurückhaltung bei den Einlieferungen mit den fallenden Preisen zugenommen“. Sedlmeyr: „Am stärksten haben wir die Auswirkungen gespürt, als die Krise Asien erreichte und vor allem die Chinesen, aber auch die Kunden in Hongkong und Singapur als Endkäufer weggebrochen sind“. Kunden, die über große Handelshäuser als Mittler einkaufen und „pro Auktion Rechnungen zwischen 20.000 und 60.000 Euro haben“. Trotz des deutlichen Rückgangs ist man unter dem Strich bei der Munich Wine Company mit dem Jahr 2009 in Anbetracht der Rahmenbedingungen und der starken Belebung des Geschäfts zum Jahresende keineswegs unzufrieden.

Konzentriert bei der Arbeit: Das Team von Koppe & Partner führt jährlich acht Präsenzauktionen durch.

Bei Koppe & Partner fällt die Analyse des Geschäftsjahres 2009 ähnlich aus – wenn auch ohne konkrete Aussagen zur Umsatzentwicklung: „Über Zahlen sprechen wir ungern, generell haben aber auch wir die Wirtschaftskrise, wie die gesamte Branche, zu spüren bekommen“, lässt Michael Unger verlauten. Die Wirtschaftskrise habe im Spitzenweinbereich für „partiell fallende Preise und Angebotsdruck“, insbesondere in den Jahren 2008 und 2009, gesorgt. Hinzu komme der schwache Dollar, der den Absatz in den US-Raum erschwere. Unger: „Da aber die Nachfrage aus dem asiatischen Raum sehr stark ist, fand hier ein gewisser Ausgleich oder eine Umverlagerung statt.“ Sein abschließendes Fazit für das vergangene Jahr: „Das Jahresende 2009 lief aber sehr gut und wir waren mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden.“

Mit der gleichen Bewertung – „wir sind sehr zufrieden“ – versieht Stefan Gerner von WeinCash das Geschäftsjahr 2009 gemessen an den Rahmenbedingungen. „Wir konnten unsere Bekanntheit deutlich steigern und sowohl den Kreis der Einlieferer wie auch den der potenziellen Käufer deutlichst steigern“, resümiert Gerner. Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise habe man „als junges Auktionshaus“ nicht direkt gespürt, weil sich WeinCash noch in der „Aufbauphase“ befinde und daher die vergleichsfähigen kaufmännischen Zahlen aus den Vorjahren fehlten. Auch bei WeinCash registrierte man aber eine „Kaufzurückhaltung aus dem Ausland“ (vor allem aus den USA, dem asiatischen und osteuropäischen Raum) und bis Herbst 2009 ein Nachlassen der Einlieferungen. „Bedenken, ob man für seine Weine Höchstpreise erzielen kann, waren hier der Hauptgrund“, ergänzt Gerner. Zum Herbst des vergangenen Jahres sei dann jedoch „eine positive Trendwende“ spürbar gewesen.

Bordeaux, Bordeaux und nochmals Bordeaux

Doch was waren im vergangenen Jahr die gesuchtesten und am teuersten bezahlten Weine auf dem Auktionsmarkt? Die einhellige und alles andere als überraschende Antwort der Experten: Bordeaux, Bordeaux und nochmals Bordeaux. Darüber können auch hohe Preise und eine starke Nachfrage bei verschiedenen Kultweinen und Parker-Favoriten anderer Provenienzen nicht hinwegtäuschen.

Generell laufe – wie in allen Sammler- oder Investmentbereichen (z. B. Uhren, Oldtimer, Gemälde) – „nur die Spitze richtig gut“, betont Michael Unger (Koppe & Partner): „Und im Weinbereich ist das mit Sicherheit Bordeaux; im Auktionsbereich geht ohne Bordeaux weltweit überhaupt nichts.“ Italien und Australien hätten stark an Boden verloren, Top-Deutsche dagegen hinzugewonnen. Aus Kalifornien und Spanien seien nur die absoluten Spitzenweine aus sehr guten Jahrgängen preisstabil. Ein Wein steht derzeit exemplarisch für den Run auf Bordeaux: „Lafite-Rothschild mit sämtlichen damit verbundenen Weinen ist aufgrund der China-Nachfrage zur Zeit der weltweit gesuchteste Wein“, so Michael Unger.

Bie der Versteigerung: Präsenzauktion in den Räumen der Munich Wine Company in Deisenhofen bei München.

„Bordeaux ist nach wie vor der große Renner“, bestätigt auch Stefan Sedlmeyr (MWC) und nennt ebenfalls Lafite-Rothschild als den aktuellen Überflieger. Der 1er Grand Cru Classé (Médoc) habe die Preisverluste eines ganzen Jahres seit Herbst 2009 bereits mehr als kompensiert und werde jetzt zu Höchstpreisen gehandelt. Die zahlungskräftige asiatische Kundschaft kaufe grundsätzlich nur Flaschen in „100 Prozent perfektem Zustand“ und ab 95 Parker-Punkte aufwärts aus den Jahrgängen 1990 und jünger. Sein Tipp: „Wer aber nicht nur nach Parker-Punkten und aus der ersten Garde kauft, kann auch beim Bordeaux noch genügend Schnäppchen machen.“

Bei der Bewertung des Marktgeschehens stimmt auch Stefan Gerner (WeinCash) mit der Konkurrenz überein: „Die gesamte Weinauktionsszene lebt vom Thema Bordeaux.“ Kein anderer Herkunftsbereich sei so ausführlich beschrieben und keine anderen Weine würden so oft verkostet. Hierdurch bildeten – wie seit vielen Jahren – die klassifizierten Gewächse des Bordeaux „die Haupttriebfeder unserer Branche“. Ansonsten seien es primär die hochwertigen bzw. hoch bewerteten Gewächse aus Italien, Spanien, Portugal, aber auch (zum geringeren Teil) aus Übersee. „Gute Erfahrungen haben wir jedoch auch im Bereich der höherwertigen Trinkweine gemacht, die weniger als Geldanlage gekauft, sondern vielmehr ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden: dem Trinken“, fügt Gerner hinzu.

Nur eine Nebenrolle spielen in der Auktionsszene die deutschen Weine, die man aber in allen drei Auktionshäusern nicht ganz links liegen lässt. Stefan Sedlmeyr proklamiert für die Munich Wine Company: „Im Vergleich zur Konkurrenz haben wir einen sehr hohen Anteil an deutschen Weinen“ – auch wenn mit ihnen, sieht man einmal von den raren edelsüßen Spitzenqualitäten mit großen Namen ab – nicht die Riesenumsätze zu machen sind. Als „eines unserer „Steckenpferde“ bezeichnet Stefan Gerner (WeinCash) die deutschen Weine, „allerdings nur aus reiner Überzeugung und leider weniger aus kaufmännischer Vernunft“. Man glaube jedoch an deutschte Weine und werde trotz des eingeschränkten Interessentenkreises auch „weiterhin dafür einstehen“. Und vielleicht wird den Auktionshäusern ihre Treue zu den deutschen Weinen irgendwann ja besser belohnt. Michael Unger (Koppe & Partner) jedenfalls stellt im Rückblick auf 2009 fest: „Top-Deutsche haben hinzugewonnen.“

Ein Blick in die Bieterrunde: Vier Saalauktionen pro Jahr veranstaltet die Munich Wine Company in Deisenhofen bei München

Ausblick auf 2010 fällt optimistisch aus

Der Aufwärtstrend, der im Herbst 2009 eingesetzt hat, stimmt die Vertreter der Auktionshäuser für 2010 insgesamt optimistisch. WeinCash befinde sich noch immer im Aufbau, doch die steigende Zahl an Interessenten auf beiden Seiten der Handelsplattform „stimmt uns sehr zuversichtlich“, meint Stefan Gerner. Seriöse Geschäftsmodelle würden sich auf Dauer behaupten, deshalb glaube man fest an eine weiter positive Entwicklung von WeinCash, auch wenn die Weinauktionsbranche bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Lage „als anfällig zu bezeichnen ist“.

Auf diesen wichtigen Faktor weist auch Stefan Sedlmeyr (Munich Wine Company) hin: „Die Weinpreise bei den Auktionen hängen eng mit dem internationalen Aktienkurs und dem Geschäftsklima zusammen.“ Für das laufende Jahr erwartet er für sein Auktionshaus im schlechtesten Fall „das Ergebnis von 2009“. Zuversicht schöpft Sedlmeyr auch aus dem Anstieg der Kundenzahl im vergangenen Jahr. Auf Koppe & Partner sieht Michael Unger sogar „ein sehr gutes Jahr 2010“ mit steigenden Preisen zukommen, insbesondere durch die Nachfrage aus China. „Der überragende Bordeaux-Jahrgang 2009 wird weiter für Nachfrage sorgen und den Markt anheizen“, prognostiziert Unger.

Kalender der Präsenzauktionen 2010

Derzeit sind bei Koppe & Partner acht Präsenzauktionen für 2010 fest geplant, bei der Munich Wine Company vier. Natürlich können für die Auktionen auch schriftliche Angebote abgegeben werden, ohne vor Ort zu sein. Die erste Koppe-Saalauktion 2010 hat bereits am 30. Januar in Düsseldorf stattgefunden, hier eine Übersicht über die weiteren Termine (Abkürzungen: K&P = Koppe & Partner, MWC = Munich Wine Company):

13. März, K&P: Frankfurt, Rocco Forte Hotel
20. März, MWC: Deisenhofen, Firmenräume
24. April, K&P: Wien, Coburg (Welt Weinfestival)
12. Juni, K&P: Hamburg, Vier Jahreszeiten
26. Juni, MWC: Deisenhofen, Firmenräume
24. Juli, K&P: Stuttgart, Le Meridien
11. September, K&P: Berlin, Adlon
18. September, MWC: Deisenhofen, Firmenräume
23. Oktober, K&P: München, Königshof
4. Dezember, K&P: Hamburg, Vier Jahreszeiten
11. Dezember, MWC: Deisenhofen, Firmenräume

Riesiges Angebot bei Onlineversteigerern

Eine noch bessere Chance, Schnäppchen zu machen, allerdings verbunden mit einem höheren Risiko für den Käufer, Schwindlern auf den Leim zu gehen und „Lehrgeld“ zu zahlen: Das sind die „Begleiterscheinungen“ des Weinkaufs bei den typischen Onlineversteigern. Der Grund hierfür liegt in der strategischen Ausrichtung und im Geschäftsmodell von Ebay und Co.: Sie stellen lediglich die Handelsplattform zur Verfügung, bieten aber keinen weiteren Service an. Vor allem üben sie keine „Eingangs- und Warenkontrolle“ aus und überprüfen den Wahrheitsgehalt der eingestellten Angebote nicht vorweg.

Als unangefochtener Marktführer der Onlineversteigerer hat Ebay aber auch einige Pluspunkte zu bieten, vor allem das riesige Angebot an Weinen. In dieser Hinsicht ist Ebay mit 15.000 bis 20.000 (zeitweise auch noch mehr) verschiedenen Lots im Durchschnitt konkurrenzlos. Das Stöbern nach bestimmten Weinen macht eine hervorragende Suchmaschine zum Kinderspiel. Außerdem ist die Vielfalt unvergleichlich groß. So findet man bei Ebay auch Weine aus Ländern und Anbaugebieten, die trotz erstklassiger Qualität bei den klassischen Auktionshäusern nur selten oder überhaupt nicht auftauchen. Wenn es nicht immer nur Bordeaux und andere hochpreisige Weine sein müssen, kann man hier oft ganz besonders günstig kaufen.

Weinkauf bei Ebay & Co.: Das ist zu beachten

Wer die folgenden Ratschläge vor der Abgabe eines Angebots beachtet, minimiert das Risiko beim Weinkauf auf Ebay (oder anderen Onlineversteigerern) und erhöht seine Chance auf Schnäppchen:

  • Grundsätzlich die gesamte Beschreibung des Verkäufers lesen – auch das möglicherweise kleiner Gedruckte, in dem eine „Falle“ versteckt sein könnte (z. B. eine leere Flasche, die verkauft wird).
  • Die angebotene Flaschenzahl genau prüfen – sie stimmt nicht immer mit dem überein, was auf den ins Netz gestellten Fotos zu sehen ist.
  • Beim Steigern einen kühlen Kopf bewahren und nicht um jeden Preis kaufen. Lieber einmal auf einen Wein verzichten – umso größer ist die Freude über die wirklich günstig ersteigerten Flaschen.
  • Vor der Abgabe eines verbindlichen Angebots den aktuellen Handelspreis des jeweiligen Weines in Erfahrung bringen (am besten mit dem Weinfahnder von Wein-Plus) und Vergleiche anstellen.
  • Mit dem Höchstgebot mindestens 20 bis 25 Prozent (gerade auch bei sehr hochpreisigen Prestige- und Kultweinen) unter dem üblichen Handelspreis bleiben und sich ein festes Limit setzen.
  • Die Versandkosten unbedingt mit einrechnen – dies gilt umso mehr, je niedriger der Preis und die Flaschenzahl des jeweiligen Steigerungsweines sind (nicht dass eine Flasche eines 10-Euro-Weines zwar für 7 Euro ersteigert wird, mit den Versandkosten am Ende aber 14 Euro zu zahlen sind).
  • Vor allem bei älteren Weinen Finger weg von Flaschen, bei denen das Füllniveau und der sonstige Zustand nicht genau beschrieben und auch auf einem Foto nicht klar zu sehen sind.
  • Im Zweifelsfall beim Verkäufer noch einmal nachfragen und einen Blick in die Bewertungen werfen, die er bislang von seinen „Kunden“ erhalten hat (sofern sie wie z. B. bei Ebay einsehbar sind).
  • Bei allen Angeboten unter der Rubrik „Sofort kaufen“ ganz genau hinschauen. Hier handelt es sich oft um Händler, die bestimmte Weine zum ganz normalen Listenpreis anbieten; Weine, die man bei anderen Händlern teils billiger findet.

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