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Mitte der 1970er Jahre war es um den Qualitätsweinbau in der Region nicht gut bestellt: Aus dem Großteil der Trauben wurde Armagnac hergestellt.

Dann betrat André Dubosc die Bühne - ein visionärer Winzer und eine der treibenden Kräfte hinter dem Projekt Plaimont. Wie kaum ein anderer steht er für die Renaissance des Qualitätsweinbaus in der Gascogne: Gemeinsam mit einem begeisterten Team junger Winzer machte er sich daran, den Ruf und die Qualität der Weine aus dem Südwesten wiederzubeleben. Dubosc und seine Kollegen kreierten aus den einheimischen Rebsorten wie Colombard und Ugni Blanc trockene Weißweine, wie das Flaggschiff von Plaimont, Colombelle. Von dem trockenen und fruchtigen Weißwein aus der IGP Côtes de Gascogne werden heute weltweit 10 Millionen Flaschen verkauft.

Darüber hinaus gründeten sie die Appellation Saint Mont und belebten den Pacherenc du Vic-Bilh, einen edelsüßen Wein, wieder. Erfolgsgeschichte der Colombelle Mit dem frischen und fruchtigen Weißwein Colombelle beginnt die Erfolgsstory von Plaimont. Es ist die spannende Geschichte einer Rebsorte, die erst den Atlantik überqueren musste, bevor sie in ihrer Heimat wiederentdeckt wurde.

Ende der 70er Jahre machte Dubosc bei einer Verkostung in den USA Bekanntschaft mit der Rebsorte French Colombard. Diese in der Gascogne seit langem als Colombard bekannte Sorte wurde im Südwesten vor allem zur Armagnac-Produktion eingesetzt. Der Winzer aus dem Gers probierte im Nappa Valley einen sehr aromatischen French Colombard-Weißwein mit einer zarten Säure und beschloss, diese alte Sorte in seiner Heimat wieder für die Produktion von Stillweinen zu beleben.

Das war die Geburtsstunde eines neuen Weinstils - fruchtig, frisch, mit einer angenehm leichten Säure und einem Hauch Süße. Das Engagement der Winzer und ihr beständiges Qualitätsstreben hat sich längst ausgezahlt: Im Mai erhielt Colombelle L’Original die Große Goldmedaille beim 25. Concours Mondial de Bruxelles. Mehr noch: Die Juroren zeichneten Colombelle als „International Wine Revelation 2018“ in der Kategorie „Weißweine“ aus. Heute ist Colombelle der Topseller im Repertoire von Plaimont Producteurs. Ein außergewöhnliches Rebsortenerbe Die Mitglieder von Plaimont Producteurs legen großen Wert auf Tradition sowie die Authentizität und Ursprünglichkeit ihrer Weine. Hervorzuheben ist das unermüdliche Engagement für den Erhalt und den Schutz der einheimischen Pyrenäen-Rebsorten sowie die Pionierarbeit in der ampelographischen Forschung. Die Genossenschaft ist in der glücklichen Lage, uralte Weinberge ihr Eigen zu nennen und von einer Vielfalt an Rebsorten und Terroirs zu profitieren. „In Verbindung mit unserem ausgeprägten Qualitätsstreben ermöglicht uns dieses Erbe, uns den Entwicklungen des Weinmarkts anzupassen und gleichzeitig unsere regionale Identität zu bewahren“, sagt Olivier Bourdet-Pees, seit 2012 Direktor von Plaimont Producteurs. In Sarragachies, einer kleinen Gemeinde in der AOC Saint Mont, besitzt Plaimont einen Weinberg mit über 200 Jahre alten wurzelechten Reben, die dank des sandigen Bodens die Reblauskatastrophe im 19 Jahrhundert unbeschadet überstanden. Hier stehen 20 verschiedene Rebsorten, von denen sieben bislang noch nicht identifiziert sind. Die Regionale Kommission für das Erbe und erhaltenswürdige Orte (CRPS) der Region Midi-Pyrénées hat diesem Weinberg als erstem den Titel eines historischen Denkmals verliehen. Darüber hinaus begann Plaimont im Jahre 2002 damit, das Conservatoire ampélographique de Saint Mont anzulegen – das bis heute erste größte private Konservatorium Frankreichs für alte Rebsorten.

Manchmal führt die Entdeckung eines alten Rebstocks auf einer alten Parzelle zu neuen Projekten, wie im Fall von Manseng Noir. Die Winzer beobachteten das Verhalten dieser Rebsorte auf verschiedenen Böden, mit unterschiedlichen Unterlagen und haben viel über diese alte Varietät gelernt. Aus diesen Anstrengungen sind Weine wie Moonseng (Manseng Noir & Merlot) und Manseng Noir (100 % Manseng Noir) entstanden. Inzwischen sind etwa fünfzehn Hektar neu mit Manseng Noir bepflanzt – Tendenz steigend.

Damit derartige „Wiederentdeckungen“ überhaupt möglich sind, war das „attachement“, die Verbundenheit bzw. das Festhalten der Winzer an ihren alten Parzellen, von entscheidender Bedeutung. Plaimont ermutigte seine Mitglieder von Anfang zum Erhalt ihrer alten Reben. Die jüngste der wiederentdeckten alten Rebsorten ist Tardif. Die Traube mit dem moderaten Alkoholpotential ist spätreifend (frz. tard) – sie erreicht die beste Reife erst Ende Oktober bis Anfang November, was heute, in Zeiten des Klimawandels, sehr interessant sein kann. Im Frühjahr 2018 wurde ein erster Weinberg bei Aignan mit Tardif-Reben bepflanzt; die erste Ernte wird für 2020 erwartet.

Plaimont in Deutschland

Der Export ist für Plaimont Producteurs ein wichtiges Standbein: 55 Prozent der Weine werden in mehr als 30 Länder exportiert, wichtigster Markt ist Europa. Deutschland ist nach den Niederlanden der zweitwichtigste Abnehmer. Hierzulande kümmert sich seit 1995 das Vertriebsbüro Vinergie aus Düsseldorf um den Vertrieb der Plaimont-Weine. „Das Exportvolumen nach Deutschland hat sich sehr gut entwickelt und wächst weiter überproportional“, sagt Wolfgang Zuzok, Geschäftsführer von Vinergie. „Vor allem der knackige Stil der frischen und fruchtigen Weine der IGP Côtes de Gascogne, wie die Colombelle, kommt bei den deutschen Weintrinkern sehr gut an“, so Zuzok.

Insbesondere ist der Vertriebsexperte davon überzeugt, dass die in Deutschland bislang wenig bekannte AOC Saint Mont noch erhebliches Potential hat:„Speziell der weiße Saint Mont passt wunderbar zum von deutschen Weinfreunden favorisierten Geschmacksprofil: frisch, lebendig und dank der verwendeten autochthonen Rebsorten unverwechselbar.“

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