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Neuer weintouristischer Führer für Franken: „Einkehren in Weinfranken“

 

Wer als Frankentourist nicht nur wegen Landschaft und Kultur, sondern auch als Liebhaber fränkischer Weine an den Main reisen möchte, bekommt nun mit dem Buch von Joachim Peukert „Einkehren in Franken“ einen Weinreiseführer mit geradezu enzyklopädischem Anspruch zur Hand. Auf 340 Seiten hat es der Journalist Joachim Peukert unternommen, „die Weinkulturlandschaft des Untermains bzw. Mainvierecks noch bekannter und beliebter zu machen“.

 

Materialfülle aus zweijähriger Recherchearbeit

 

Die Darstellung des Mainvierecks von Michelbach bis zum Homburger Kallmuth - also des westlichen, überwiegend vom Buntsandstein geprägten Einstiegs in die fränkische Weinregion - ist der Auftakt einer dreibändigen Reihe, die unter dem Motto „Einkehren in Weinfranken - bei Woi‘, Worscht und Weck“ als weiteres literarisches Reise-Vademecum durch das landschaftlich wie önologisch so facettenreich Franken dienen soll. In zweijähriger Recherchearbeit hat Joachim Peukert, ein gebürtiger Franke aus Wasserlos bei Alzenau, Winzer, Weingüter und Winzergenossenschaften, Gasthöfe und Hotels, aber auch klassische Sehenswürdigkeiten wie Kirchen, Schlösser sowie mittelalterliche Dörfer und Innenstädte besucht und ausführlich beschrieben. Ein Kartenauszug vor den ein- bis zweiseitigen Porträts der einzelnen Orte dient zur schnellen räumlichen Orientierung. Zur kulinarischen Orientierung werden die frankentypischen „Häckerwirtschaften“ ebenso dargestellt wie traditionelle Gaststätten, Landgasthöfe und anspruchsvolle Hotels. Für die Wanderfreunde gibt es Empfehlungen wie etwa den „Rotweinwanderweg in Churfranken“ von Großwallstadt bis Bürgstadt und den „Churfrankensteig“ zwischen Erlenbach am Main und Klingenberg.

 

Häckerwirtschaften und VDP-Betriebe in einem Band

 

„Einkehren in Weinfranken“ widmet sich nicht nur den Produzenten einfacher Schoppen- und durchschnittlich-bodenständiger Qualitätsweine, sondern auch den Topweinen, wie sie in Franken nicht zuletzt von den 28 fränkischen Mitgliedsbetrieben des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) erzeugt werden. Alle vier im Maindreieck angesiedelten VDP-Betriebe sind im Buch enthalten: die Weingüter Stadt Klingenberg und Bernhard Höfler (Michelbach) sowie Fürst (Bürgstadt) und Löwenstein (Kreuzwertheim), die sich überdies als Mitglieder der Trias-Frankenwein-Gruppe der Erzeugung terroirbetonter Weine aus den Trias-Böden (Buntsandstein im westlichen Mainviereck, Muschelkalk im mittleren Maindreieck und Keuper im östlichen Steigerwald) verschrieben haben. Zur umfangreichen Fleißarbeit von Peukert gehörte es dabei offensichtlich auch, manche Erzeuger einfacher wie anspruchsvoller Weine zur Mitwirkung in diesem weintouristischen Führer zu motivieren: Der Autor schildert in seinem Nachwort, dass es keineswegs einfach gewesen sei, Kunden für sein Projekt zu gewinnen: "telefonische Anfragen waren zumeist von Beginn an zum Scheitern verurteilt.“ Peukerts Hartnäckigkeit hat es sowohl der fränkische Weinbauverband als auch der Tourismusverband Franken zu verdanken, dass im Jahr des 350-jährigen Jubiläums des Silvaners ein weiterer, gründlich recherchierter Beitrag zur weintouristischen Literatur Frankens vorliegt.

 

Eine Auflistung aller Weinfeste, Weinempfehlungen zu Speisen, wichtige Adressen und weiterführende Literatur finden sich im umfangreichen Anhang. Darin ist auch ein Überblickskapitel zur „Weinbaugeschichte Frankens“ enthalten, das leider - auch hinsichtlich Art und Verteilung der Rebsorten - etwas zu kurz geraten ist; zahlreiche Details zur lokalen Weinbauhistorie finden sich dafür bei den Beschreibungen einzelner bekannter Weinorte wie Hörstein (Alzenau) oder Großostheim. Weitergehende Informationen über die für den Frankenwein so bedeutenden Böden der Trias, den Silvaner („unsere fränkische Identität“) und das Terroir als „Summe des Ganzen“ bietet im Anhang ein Text des Weinfachberaters Dr. Hermann Kolesch von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (Veitshöchheim), einem der besten Kenner der fränkischen Terroirs.

 

Wenige Informationen zum Radtourismus

Die neue Buchreihe wendet sich ausdrücklich an „Genießer fränkischen Rebensaftes“. Diese entdecken aber - nicht nur in Zeiten eines nachhaltigeren Tourismus - Weinkulturlandschaften gerne auch mit dem Rad. Die Weinregion Franken bietet sich hier mit ihren Strecken entlang des Mains besonders an. Der Main-Radweg (www.mainradweg.com) gilt als einer der beliebtesten Fernradwege und wurde vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) als bislang einzige Qualitätsradroute mit der höchsten Wertung von fünf Sternen ausgezeichnet. Doch über die Möglichkeiten des Fahrradtourismus, Streckentipps, Fahrradverleih-Stationen und fahrradfreundliche „Bett & Bike“ – Betriebe entlang des Mains finden sich in Peukerts Buch nur sporadisch radlerdienliche Hinweise. Die Informationen für den weintouristischen Radler könnten bei einer Neuauflage des ersten Bandes durchaus nachgetragen, bei den Folgebänden von vornherein berücksichtigt werden. Die Erweiterung des Registers um ein alphabetisches, nicht nur nach Orten und Sparten eingeteiltes Gesamtregister würde noch den Nutzwert dieses ohnehin schon praktikablen, hohen Informationsgehalt bietenden Reiseführers erhöhen.

 

Der zweite Band wird sich dem fränkischen Maindreieck mit den Schwerpunkten "Würzburg und Kitzingen" widmen (Erscheinungsdatum voraussichtlich Frühjahr 2011), der abschließende dritte Band wird die Region „Rund um Iphofen“ (Steigerwald) darstellen.

 

Joachim Peukert: „Einkehren in Weinfranken. Bei Woi‘, Worscht und Weck‘. Band 1: Von Michelbach nach Homburg am Main“. VDS – Verlagsdruckerei Schmidt: Neustadt an der Aisch, 2009. Umfang: 340 Seiten. Mit 261 Farbabbildungen, darunter zahlreiche Karten. Broschur. Format: 14,8 cm x 21,0 cm. Preis: 19,90 Euro. ISBN: 978-3-87707-718-4.

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