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Roland Brunner liebt italienischen Wein. Er ist geborener Franke, den der Wein aus Italien, oder genauer: dessen Verkauf, in die Oberpfalz verschlagen hat. Roland hat Sozialwissenschaften studiert, doch das interessierte ihn an der Uni deutlich weniger als das Reisen in die italienische Weinwelt.

Roland Brunner 1985 zog er daraus die Konsequenz: Er eröffnete einen Weinladen in Regensburg. Wein-Plus suchte Ende 2007 einen Verantwortlichen für Südtirol. Das interessierte ihn, mit Utz verstand er sich hervorragend. Es passte einfach. Roland informiert seitdem regelmäßig die dortigen Winzer über die Arbeit von Wein-Plus und berichtet andererseits im Wein-Plus-Magazin über das Weinland Südtirol und seine Entwicklungen.

Er beschreibt sich selbst als „in bester, weil fortschrittlicher Hinsicht konservativ“. Musik ist seine zweite Leidenschaft nach dem Wein, und da hört er am liebsten den Sound der 1960er- und 1970er-Jahre. Zu seinen Lieblingsbands gehören Humble Pie, The Who, Cream, die Rolling Stones sowie Blues in fast jeglicher Form. Beim Fußball ist er seiner fränkischen Heimat treu geblieben: Roland ist Nürnberg-Fan, „auch wenn das manchmal schwer auszuhalten ist - aber schließlich kann man sich das als echter Fan ja nicht aussuchen“.

Seit wann nutzt Du Wein-Plus?

Bevor ich Utz Graafmann kennen gelernt habe, kannte ich nur den Namen. Aber seit ich dabei bin, nutze ich Wein-Plus privat und für mein Geschäft. Vor allem die Weinbeschreibungen sind mir sehr wichtig – aber weniger die Bewertungen. Zahlen interessieren mich nicht sehr, auch wenn sie mir eine Orientierung geben. Zudem ist das Glossar für mich sehr hilfreich, weil ich dort auf fast jede Frage - und übrigens auch auf Fragen meiner Kundschaft - eine Antwort finde. Dazu lese ich gerne die Artikel im Magazin, um meinen Horizont zu erweitern.

Welche Eindrücke erinnerst Du an italienischen Wein in deiner Studienzeit? Was hat dich damals so sehr fasziniert, dass er dein Leben geprägt hat?

Es waren nach heutigen Standards meist qualitativ bescheidene Weine, die ich mir damals leisten konnte. Aber ich fand immer einige, die mich - manchmal trotz, manchmal wegen ihrer Ecken und Kanten - begeistert haben. Die größte Faszination ging für mich immer von der Verbindung des Weins zu seiner Herkunft aus. Für mich ist der Genuss eines guten Weins zugleich eine Reise dort hin, wo der Wein herkommt und was ihn zu dem gemacht hat, der er nun ist.

Wann hast Du beschlossen, in Deiner Enoteca Italiana ausschließlich Bioweine zu verkaufen - und warum?

Das stimmt nicht ganz, auch wenn die Website derzeit diesen Eindruck vermittelt. Ich habe auch konventionelle Weine im Sortiment, achte aber immer darauf, dass meine Lieferanten offen sind für nachhaltiges Wirtschaften im ökologischen Sinn. Wenn das auch noch zertifiziert ist, umso besser.

Musikalisch liebst Du den Sound der 1960er- und 1970er-Jahre. Nenn mir doch bitte drei Deiner italienischen Lieblingswinzer – und das passende Album dazu.

Das ist eine schwere Aufgabe, weil alle Winzer in meinem Sortiment zu meinen Lieblingswinzer zählen und weil es auch in der Musik viel mehr als drei sind, die zu meinen Favoriten gehören. Aber gut: Hier ein Versuch:

Lucio Canestrari von der Fattoria Coroncino aus den Marken – „Smokin'“ von Humble Pie Erdiger Blues-Rock, rotzig, frech gespielt mit dem Sinn fürs Wesentliche. Kein überflüssiger Ton, kein überflüssiges Instrument ist auf „Smokin“ zu hören. So lassen Humble Pie auf diesem Album die Seele der im Grunde einfachen Songs aufleben und geben ihnen Tiefe. Zugleich ist die Band locker drauf. Einige Songs beginnen mit herzhaftem Gelächter. Auch Lucio Canestrari, der sich selbst als „Wein-Troubadour“ bezeichnet, ist ein Mensch, der gerne lacht und dabei seine Arbeit mit Freude und zugleich großer Ernsthaftigkeit betreibt. Das Resultat sind individuelle Interpretationen des Weißweins Verdicchio, die das auf den Punkt bringen, was diese großartige Rebsorte ausmacht: Fülle, Eleganz, erdige Mineralität, südliche Wärme und eine enorme Langlebigkeit.

Weingut Garlieder aus Südtirol – „Eat a Peach“ der Allman Brothers Band Mit viel Drive und Dynamik interpretieren die Allman Brothers auf „Eat a Peach“ Blues-Klassiker und geben ihnen ein neues Gesicht, ohne den Songs ihre Identität zu rauben. Zugleich zeigen sie mit ihren Eigenkompositionen, was sie drauf haben. Christian Kerschbaumer interpretiert die klassischen Sorten seines Anbaugebiets, das Eisacktal in Südtirol, auf biodynamische Art und Weise und zeigt mit seinem Stil, was in diesen Sorten steckt. Und er erschafft mit seinen maischevergorenen „Hautnah“-Weinen spannende neue Gewächse, die es in sich haben.

Filippo Antonelli aus Umbrien – Album 'Best of Willi Dixon' Willi Dixon und Filippo Antonelli sind - Dixon war, denn er ist schon tot - selbstbewusste Könner, die niemals irgendjemandem etwas beweisen müssen. Beide zeichnet eine große Vielseitigkeit und Offenheit aus, was die Musik sowie die Weine spannend und interessant macht. Beide trumpfen auf, ohne anzugeben – mit Charme, Selbstbewusstsein und Lässigkeit. Willi Dixon verband Blues mit Jazz und Swing, womit er dem Blues die Schwere und Traurigkeit nahm. Filippo Antonelli produziert einen strengen, tanninbetonten, oft sperrigen Sagrantino di Montefalco, der zugleich angenehm zu trinken ist. Beide schufen und schaffen zeitlose Klassiker – Filippo Antonelli hoffentlich noch eine lange Zeit.

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