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Darf oder muss ich mich vorstellen? Journalist, leidenschaftlicher Sammler, Dokumentarist, Weinliebhaber, Statistiker, Genießer..... Bis vor einem Jahr habe ich im Forum von Wein-Plus oft geschrieben, weit über 300 Beiträge. Vielleicht waren sie allzu lange, oft maßlos, vielleicht auch nur getrieben, von dem, was ich täglich rund um den Wein gerade erlebe oder erlebt habe: Anekdoten, Neuigkeiten, Erfahrungen.
 
Ich habe erzählt vom Bordelais, von meiner Lieblingsregion, dem Languedoc, meiner zweiten Heimat, von der Schweiz, wo meine Wurzeln sind. Ich habe geschrieben über Deutschland, wo ich (durch das Forum) die besten Freunde gefunden habe, die Pfalz, Weinfranken, Rheingau, wo wir auf Erkundungsfahrten Weine, Kultur, vor allem aber Menschen getroffen haben.

Ich verbinde Leben immer mit „Erleben”. Auch beim Wein. Da halte ich es mit Marvin R. Shanken, dem Herausgeber von „Wine Spectator”: „There’s one fundamental difference between a causal wine consumer and a true wine lover: the former drinks, the later tastes.” (Oktober 2005)

Versuchen, Kosten, Erleben, Erfahren - mit dem Wein leben - , und darüber nachdenken oder einfach erzählen: Geschichten erzählen, dies werde ich fortan hier in einer Kolumne regelmässig tun. Etwa immer in gleicher Länge, in der gleicher Form, aber mit andern Inhalten. Dabei geht es mir nicht ums Werten, Richten, Recht zu haben oder gar Recht zu bekommen. Ich weiß vieles (noch) nicht, aber das, was ich schreibe habe ich immer selber erfahren. Erfahrungen sind subjektiv, deshalb aber nicht weniger wahr! Wir können eben Welt - auch die Weinwelt - letztlich zwar definieren, beschreiben, aber nur subjektiv erleben.

Eben so, wie ich zum Beispiel auch diesen Herbst wieder Tage in den Rebbergen der „Bündner-Herrschaft” (Ostschweiz) erlebt habe, wo wohl die besten „Pinot Noir” der Schweiz wachsen. „Wimmlen”, sagt der Bündner - und meint nicht bloß die „Traubenernte”, sondern verbindet damit auch seine ganze Liebe zur Rebe und den Wein. „Wimmle” ist nicht nur Lese, es ist Auslese. Die guten Beeren werden von den schlechten getrennt. Traube um Traube, Beere um Beere. Nur so kann schließlich jener Pinot werden, der eben zu den besten gehört. Dabei habe ich dieses Jahr einen - für mich - neuen Begriff haut- und handnah kennen gelernt: „stiellahm” - in der Wein-Literatur auch Stiellähme oder Traubenwelke genannt. Winzer und Oenologen kennen das Phänomen, doch welcher Weingenießer kann damit auch etwas anfangen?

Darüber habe ich im Weinberg - am Fuße der mächtigen Bündnerberge - mit Trauben in den Händen nachgedacht. Stiellahm? Oder gar stillahm? Bisher habe ich als Weintrinker und Journalist nur „Stilarmut”, „Stil-schwäche” oder eben auch „Stillähme” gekannt, und zwar beim Wein, aber auch in manchem Gerede und Geschreibe über den Wein.

So bin ich froh, dass ich jetzt auch den Buchstaben „e” im Wort „Stil” entdeckt habe: also die Stiellähme. Hoffentlich werden fortan meine Wein-Notizen dadurch auch stilvoller.

Herzlich Ihr/Euer
Peter (Züllig)

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