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Riesling ElsassWer immer vom Riesling spricht, denkt an Deutschland, wo diese beliebte Rebsorte am häufigsten angebaut wird; gut 20‘000 Hektaren sollen es sein. Man denkt an die Mosel, die Pfalz, an Rheinhessen und Rheingau, an süsse Weine – Spötter sprechen von Zuckerlimonade – aber auch an den trockenen Riesling, der allzu oft zu viel Restzucker hat, um – wenigstens von mir – als „trocken“ bezeichnet zu werden. Wie soll denn ein Riesling sein, auf dem „trocken“ steht? Sind acht Gramm schon zu viel und vier Gramm zu wenig? Dabei kommt es auch auf die Säure an, Apfel oder Weinsäure, auf den pH-Wert und, und… Ich ertrage diese Diskussion nicht mehr, sie dauert bei Riesling-Liebhabern fast unendlich. Worüber man aber kaum spricht, ist die Tatsache, dass es guten Riesling auch anderswo als in Deutschland gibt, zum Beispiel im Elsass (das ja in seiner wechselvollen Geschichte auch deutsch war). Scherwiller ist eine Weingemeinde im Elsässer Riesling-Gebiet, nicht ganz so touristische wie die Renommierdörfer und -städtchen an der Weinstrasse. Dort bin ich gelandet, inmitten von Weinreben und Obstbäumen, auf einem Naturcampingplatz. Die Saison ist längst vorbei, wir können die Gastfreundlichkeit und den Charme des Ortes voll geniessen. Natürlich auch den Wein, ein Scherwiller muss es sein. Für einmal haben wir nach dem Ort gewählt – es ist eine der wenigen Gemeindeappellationen – und nicht auf Grund des Weinguts. Doch die Wahl hat sich gelohnt. Ich weiss zwar nichts über die Säurewerte dieses Weins, nichts über den IMG_0165-2Restzucker, ich weiss aber, jetzt, dass es ein ausgezeichneter trockener Riesling ist. Keine Spur von „Süsswasser“, es dominieren feine Noten, Zitrus, Muscat, deutliche und eigenständige Mineralität, trocken bis tief in den Gaumen hinein, aber auch zart und elegant. So stell ich mir Riesling vor. Meine deutschen Weinfreunde werden mir jetzt widersprechen, mag sein, dass es nicht der allerbeste Riesling ist. Es mag bessere geben, wer weiss. Für mich aber ist es ein Wein der stimmt, weil er rund und ausgewogen daher kommt, weil er zu dem gehört, was ich inmitten der Landschaft und der Reben erlebt habe. Augen auf und alle Sinne ausgefahren, die nächste Weinrallye startet (am 31. Oktober) mit dem Thema: „Weintrinken an schönen Orten“, vielleicht ist mein Riesling mit dabei.

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