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Gut, es war eine dieser ganz leicht hinterlistigen Fragen, derer ich mich gelegentlich nicht enthalten kann, wenn ich mit Kellnern jeglichen Geschlechts und jeder Spezialisierung kommuniziere. Und das kommt öfter vor als bei Essern, die nur der Freude wegen in Restaurants gehen. Da ich diese Tätigkeit auch beruflich ausführe – wozu hin und wieder auch das Alleinspeisen gehört –, ist die prüfende Plauderei mit Jungkellnern, Sommeliers und Maitres entschuldbar: als jobtechnisch bedingte Weiterbildung wie als Zeitvertreib.

Spaß macht die neugierige Fragerei bei Tisch allerdings auch schon mal. Wobei ich streng darauf achte, nicht in jene Art von Kellner-Anmache zu verfallen, die manche Gäste im Stadium fortgeschrittener Gemütlichkeit und ebenso intensiven Alkoholkonsums praktizieren. „Ja, wie heißt sie denn, unsere Kellnerin“, grölte neulich der Kunde neben mir im Pfälzer Ein-Sterne-Restaurant, um dann munter mit diversen Anspielungen auf die Figur der Dame fortzufahren. „Sie müssten mal mehr essen, Sie sind ja so was von schlank.“ Der Mann hatte sich nun eingeschossen und plagte die junge Oberkellnerin mit allerlei kumpeligen Anekdoten auch dann noch, als ich bereits das Wechselgeld entgegengenommen hatte. Ausweichen und einen Kollegen vorschicken konnte sie nicht, die Servicefrau, denn sie war an diesem Mittag ganz allein auf weiter Gastraum-Flur; die besternten Lokale spüren eben auch die Krise, vor allem am Mittag.

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