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„Denn was man liebt, betrachtet man auch besonders sorgsam und mit scharfem Auge“. So äußerte sich der Bundesbanker Thilo Sarrazin, nachdem er soeben über seine Heimatstadt Berlin und die Probleme bei der Integration vom Leder gezogen hatte. Die Empörung war groß, die Reflexe in der politischen Szene funktionierten. Nachdenkliche Berliner gaben allerdings bald zu, dass der Mann in weiten Teilen seiner Philippika recht hatte und man einfach nur den Überbringer der schlechten Nachricht prügelte.

 

Das Elsass legt Wert auf Traditionen - bis zum Gehtnichtmehr!

Was den Elsässer Wein angeht und die Elsässer Gastronomie, so kann es einem ähnlich ergehen. Vor vier Jahren schrieb ich einen zugegeben reichlich kritischen Artikel zum Wein aus dem Osten Frankreichs und publizierte ihn in der Fachzeitschrift Weinwirtschaft.. Nach wie vor und aller Kritik zum Trotz gehe ich gern im Elsass einkaufen, Weine probieren und essen – auch wenn mir klar ist, dass ich mich ärgern werde. Doch es handelt sich eben auch um jene Region, in der ich vor fast 25 Jahren meine ersten ernsthaften gastronomischen Erfahrungen sammelte, und ich liebe sie nun mal, die Landschaft zwischen Rhein und Vogesen, die Renaissancehäuschen, den Gewürztraminer und den Flammkuchen. Und gerade deshalb drücke ich immer wieder mein Bedauern darüber aus, dass Weinszene wie Gastronomie in weiten Teilen stagnieren, dass neue Ideen rar sind und sich Winzer und Wirte allzu oft mit dem Status Quo zufriedengeben. So drastisch wie bei Thilo Sarrazin wird es nicht, keine Angst, aber immer noch deutlich.

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