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servagninDa habe auch ich die Augen gerieben: Eine Rebsorte Servagnin, gibt es sie? Jedenfalls ist sie mir bewusst bisher noch nie begegnet. Ich musste mich zuerst orientieren: „Der Servagnin ist ein alter Pinot-Noir-Klon, der gegen 1420 in der Region Morges heimisch wurde. Anfangs kultivierte man ihn häufig, in der Mitte des letzten Jahrhunderts wäre er allerdings fast verschwunden. Einigen vorausschauenden Winzern ist es zu verdanken, dass er vor dem unabwendbar scheinenden Verschwinden gerettet werden konnte. Erst vor kurzem wurde er nun wieder in diversen Rebbergen der Region Morges angepflanzt“. Zu diesen „vorausschauenden Winzern“ gehört Henri Cruchon, über den die Schweizerische Handelszeitung schon vor acht Jahren schrieb: „Der innovative Waadtländer Familienbetrieb hat früh auf Qualität und ein breites Angebot gesetzt… Keine Sektierer oder Esoteriker.“ Was dann: Heute eines der besten Winzerbetriebe in der Westschweiz. Ein Betrieb, der seit mehr als zehn Jahre kontinuierlich auf Bio-Dynamik umgestellt hat, allerdings ohne spezielles Label und ohne den Trend zu Bio-Weinen zur Verkaufsförderung zu (miss)brauchen. Die Philosophie des Weinguts – ich gebe dies zu – gefällt mir: „Die Trauben können die Magie eines Orts, die Persönlichkeit eines Terroirs und die Kraft einer Rebsorte nur dann vermitteln, wenn die Reben in einer biologisch gesunden und natürlichen Umgebung gedeihen.“Genfersee 2 Dies ist für mich – zumindest verbal – bestes „Bio“. Kann man dies im Wein auch wiedererkennen? Ja, ja, ja… Für mich ist dieser „Servagnin“ einer der besten und markantesten Pinot-Varianten die ich je getrunken habe. Eine wunderschöne Mineralität, welche die feinen, eleganten Aromen erblühen lässt. Dazu eine leichte Bitternote, die ich – in die richtige Harmonie gebracht – unheimlich schätze (dieses Bitterschwänzchen findet sich auch in den guten Pinotages). Auf der Website des Weingutes sind markant hochgreifende Aussagen zu finden, wie: „Wein muss das künstlerischste aller Getränke bleiben, denn seine Bestimmung ist nicht nur, zu gefallen, sondern zu berühren!“ (Raoul Cruchon, Önologe). Sobald dies mehr als nur ein schöner Spruch ist, beginnt meine Begeisterung. Und hier bin ich begeistert, nein berührt.

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