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IMG_0188Er hat Firnisse angesetzt, und wie. Aus der hellen Farbe ist eher ein dunkleres Strohgelb geworden, aus frischen, leichten Zitrusfrüchten ein erdiger fast schon sämiger Körper. Zwölf Kellerjahre waren zu viel für diesen Chardonnay aus dem Burgund. Wirklich zu viel? Ich habe eben halt einen „alten“ Burgunder im Glas und bin erstaunt und – angetan von der neuen Erfahrung. Jungweintrinker wären entsetzt, vor allem wenn sie den jungen „Vers Cras“ kennen würden. Was ist nur daraus geworden? Schon fast ein Schwergewicht, mit deutlich reduktiven Noten und Firnis. Aus einem fröhlichen Wein ist ein ernsthafter Tropfen geworden, nachdenklich, wie ich es jetzt bin. Ein sehr guter Jahrgang im Burgund soll es sein. Doch von einer Jahrgang-Typizität kann ich nichts mehr feststellen. Dafür offenbaren sich Reifetöne in unglaublicher Vielfalt: Papaya, Kokosmilch, Kamille, Brioches, Mandelblüten… capture decran 2014-01-08 a 10.21.03-2Irgendwie komme ich da ins Phantasieren. Oder ist es ein Grübeln? Ich weiss – von Auktionen – dass die ganz grossen weissen Burgunder auch im Alter gesucht sind und unglaubliche Preise erreichen können. Noch nie habe ich einen dieser alten Top-Weine getrunken. Dieser – eigentlich überlagerte Wein – lässt mich erahnen, was dem „Altweintrinker“ (in der Regel sind dies Rotweintrinker) ein gut gelagerter Weisser (mit Potential fürs Alter) bringen kann. Für mich eine (fast) neue Erfahrung.

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