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Wie den Dolcetto beschreiben, ohne ins Banale abzugleiten? Versuchen wir es. Da ist vor allem seine Farbe, ein volles Rubinrot, das tendenziell intensiver ist als beim Barbera und eher violette Schattierungen aufweist. In der Nase erinnert er an schwarze Kirschen, Pflaumen und oft an etwas ”Kerniges”, wie eingelegte Sauerkirschen und Blätter des Kirschlorbeers. Manches Mal gibt es Noten von frisch geschnittenem Holz und von Tusche. Im Mund ist der Wein in Bestform voluminös und rund mit einem Finale nach Bittermandeln.

 

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Wie für andere Rebsorten gibt es auch für den Dolcetto nicht nur eine Interpretation. Schematisch geben wir zwei Extreme an, die dann praktisch natürlich alle Zwischentöne aufweisen können. Die erste Ausprägung ist der „einfache” Dolcetto, ein beliebter Alltagswein ohne große Komplexität, bei dem Frucht und Frische betont sind. Die zweite Ausprägung ist die eines reichen Weins mit großer Konzentration und Struktur und einem Lagerpotenzial, das es noch teilweise zu Entdecken gilt. Nach Rocco Di Stefano, einem der größten Experten der önologischen Chemie nicht nur in Italien, ist der Dolcetto, wenigstens was seine chemische Struktur der Polyphenole betrifft, unter den piemontesischen Rebsorten jene, mit dem höchsten Potenzial für die Alterung oder wenigstens mit der stabilsten Farbe. Diese ziemlich überraschende Entdeckung basiert auf Analysen von Quantität und Struktur der Anthocyane, unter denen das stabile und weniger oxidative Malvidin-3-Glucosid vorherrscht und darauf, dass sich die Tannine einfach aus den Beerenschalen und Kernen extrahieren lassen. Sie bilden bevorzugt stabile Polymeren, wenn man mit gut gereiften Trauben arbeitet. Unter diesem Blickwinkel nähert sich der Dolcetto sogar internationalen Rebsorten an wie dem Cabernet und dem Merlot.

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