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IMG_0111Laurence Graff, Besitzer des einstigen Weinguts von John Platter (einflussreichster Weinkritiker Südafrikas) ist Edel-Juwelier. Bei ihm ist der Luxus zuhause. Wein ist sein Hobby, sein Hotel ist kein Hotel, sondern eine Luxuslodge (Zimmerpreis zwischen 500 und 1600 Euro), wo jedes Appartement seinen eigenen Swimmingpool und jeden erdenklichen Komfort hat. „Das Delaire Graff Estate steht für Luxus, Entspannung und Einzigartigkeit und garantiert Ihnen eine unvergessliche Traumreise in eine der schönsten Weinregionen der Erde“, so eine Werbung. Vor drei Wochen bin ich da noch herumgestiefelt, habe Weine probiert, über die Schönheit (und den Luxus) gestaunt. Vieles ist gemacht, arrangiert – nur eines nicht, die Schönheit des Orts, die Aussicht, die Lage. Platter hat das Weingut deshalb „Delaire“ („Direkt vom Himmel“) genannt, ganz so unrecht hat er nicht. Und der Wein? Er hat mich schon auf dem Weingut beeindruckt, obwohl ich in Südafrika eigentlich keinen Bordeaux suche. Habe ich mich da vom Luxus täuschen lassen? Gestern war also „Nagelprobe“ - zu Hause - weit weg vom zelebrierten Luxus. Dabei ging es nicht - wie bei den Studentenritualen - um das Leertrinken, sondern um die Art und den Inhalt meiner „Getrunken“. Der Wein hat die Probe bestanden. Es ist ein wunderschöner – sagen wir eher - „prächtiglicher“ Tropfen, bordeauxähnlich (Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot, Malbec und offensichtlich – laut Unterlagen – dazu noch sieben Prozent Shiraz (gehört nicht ins Bordelais). Verwendet Delaire Graff 27.04.14Ein moderner Bordeaux – viele meiner Weinfreunde würden sagen: ein gemachter Bordeaux, durchaus mehrheitsfähig, aber mit einem Hauch von Luxus (und Schönheit). Der Luxus liegt in der Weichheit, Eleganz und Gefälligkeit. Und der Preis? Dies erstaunt mich am meisten: bei vielen südafrikanischen Weinen ist er nicht nur moderat, sogar günstig, hier um die 20 Euro. Zwanzig, vielleicht fünfundzwanzig Euro für einen tadellosen Bordeaux (der aber nicht aus Bordeaux kommt). Robert Parker, respektive Neal Martin, hatte für dafür (einzige Wertung 2010) nur 88 Punkte übrig. Der Wein kommt eben – so mein Eindruck – aus dem „falschen“ Weingebiet, sonst hätte er längst die 90 Punkte erreicht. John Platter hingegen (vielleicht auch nicht ganz neutral) spricht dem 2012er 4.5 Sterne (von 5) zu und liegt – meines Erachtens – richtig. Der fehlende halbe Stern ist wohl der Potentialwertung zuzuschreiben, denn der Wein braucht noch etwas Keller.

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