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Auf den ersten Blick eines der vielen Weinbücher neueren Stils, mit vielen Fotos, die Atmosphäre schaffen, und kurzer, prägnanter Sprache. Ein Buch, welches ein breites Publikum ansprechen und Lust auf Genuss machen soll.

Auf den zweiten Blick scheint genau dieses Unkomplizierte, die Lust auf Genuss und Harmonie von Speise und Wein das Erfolgsrezept von Christina Fischer zu sein, gepaart mit einem großen Fundus an Erfahrungen. Schließlich hat sie Gastronomie von der Pike auf gelernt und dort auch einige Stationen durchlaufen, war u.a. Wirtin des Jahres 2000 und Sommelière des Jahres 2001. Seit 1996 betreibt Sie ihr eigenes Restaurant „FISCHERS Weingenuss & Tafelfreuden" in Köln.

„Crosskulturell” durch Speis und Wein - "Weingenuss & Tafelfreuden" von Christina Fischer
Der Name der Lokalität wird hier zum Motto. Nach den ersten Seiten des Buches, die die Motivation von Christina Fischer sowie den täglichen Restaurantbetrieb beschreiben, kommt man zum Herzstück des Buches - Essen und Wein. Die Küche ihres Restaurants bezeichnet Christina Fischer als „crosskulturell”; wie sie selbst zugibt ein Kunstbegriff. Trotzdem beschreibt er die Küche sehr zutreffend. Dieses Buch beinhaltet Rezepte, die man auch im „Weingenuss & Tafelfreuden” genießen kann. Hier findet sich das Rezept der kölschen Spezialität Flönz (Blutwurst) auf warmem Kartoffelsalat ebenso, wie den porchierten Zander auf Gemüsesalat. Zur Flönz wird der Blaufränkisch Kirchtal 2002 des Weingutes Birgit Braunstein vom Neusiedlersee empfohlen. Den Zander begleitet ein Weißburgunder trocken 2002 Kindenheimer Grafenstück von Ludi Neiss aus der Pfalz. Zu weiteren Gerichten werden u.a. Weine von Emmerich Knoll aus der Wachau, Montevertine und Ricasoli aus der Toskana oder Chateau Phélan Ségur aus Bordeaux empfohlen und beschrieben.

Die Reihenfolge der Rezepte und Weinempfehlungen wird durch die Rebsorten bestimmt, übrigens alles reinsortige Weine. Den Anfang machen die weißen Rebsorten mit Christina Fischers erklärter Lieblingsrebsorte Riesling (zum geräuchteren Bachsaibling auf Corona-Bohnen serviert sie einen Riesling 2002 Rüdesheimer Berg Schlossberg von Georg Breuer aus dem Rheingau). Weiter geht es mit den bekannteren weißen Rebsorten, wie Sauvignon Blanc, Chardonnay, aber auch Grüner Veltliner. Sowohl bei den Weißweinen als auch bei den Roten werden je sieben Rebsorten vorgestellt (bei den roten Rebsorten u.a. Cabernet Sauvignon, Merlot und Sangiovese). Zu jeder Rebsorte werden ein bis zwei Gerichte beschrieben und für jedes Gericht der passende Wein vorgestellt. Bilder der jeweiligen Gerichte, der Rebsorten sowie der Weingüter, aus dem der gewählte Wein kommt, ergänzen die Beschreibung. Der Clou ist die bildhafte Darstellung der für die Rebsorten typischen Duft- und Geschmacksnoten: Diese werden in einem Weinglas abgebildet; so illustrieren z.B. Stücke von Apfel, Ananas, Zitrone und Aprikose den Rieslinggeruch und -geschmack. In kurzer Form wird auf den Ursprung, das Terroir und die Klassifizierung der einzelnen Rebsorten und Herkunftsregionen eingegangen. Trotz der Kürze bekommt der Leser die wichtigsten Fakten sehr verständlich aufbereitet. Es wird erklärt, warum die jeweilige Kombinationen aus Wein und Speise gewählt wurde. Einige Informationen zum Weingut bekommt man noch dazu.
Die spannenden Varianten laden zum Selber-Kochen und -Trinken ein. Hobbyköche dürften kein Problem damit haben, dass bei den Rezepten nicht angegeben ist, für wieviele Personen die angegebenen Mengen gedacht sind.

Zum Schluss wird, in bewährt kurzer und verständlicher Form, auf einige Weindogmen, wie Lagerung, Gläser, Korken, Dekantieren und Weineinkauf eingegangen.

Die letzten Seiten enthalten die üblichen Adressen der Bezugsquellen der Lebensmittel und der Weine, die Winzeradressen sowie eine Übersicht der Rezepte in alphabetischer Reihenfolge. Die Winzeradressen lesen sich wie ein kleines Who-is-Who der internationalen Weinszene. Hier wird einem nochmals bewusst, welche großartigen Winzer mit ihren Weinen in diesem Buch vorgestellt werden. Alles Weine und Winzer, die auf der Weinkarte von „Weingenuss & Tafelfreuden” zu finden sind. Übrigens sind dort immer rund 40 Weine im glasweisen Ausschank.

Das Buch ist leicht verständlich und klar gegliedert. Es macht Lust auf Wein und Essen in geselliger und fröhlicher Runde. Ein Buch für alle Genießer und Gourmets, die guten Wein und gutes Essen schätzen. Für Weinkenner, die bei leichter Weinlektüre nicht die Nase rümpfen, ebenso empfehlenswert wie für Laien mit Spaß am Genuss. Im besten Sinne ein undogmatisches Buch.


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