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Laujac MédocLegenden lassen sich durchaus noch trinken, bieten oft sogar neue, schöne, unerwartete Erfahrungen und im besten Fall Genüsse, die man sonst kaum je bei Weinen erleben kann. Dieser Wein aber – noch nicht zwanzig Jahre alt – ist weder eine Legende, noch ein Genuss. Er ist nicht „vorbei“, aber alt geworden, kraftlos, fast möchte ich sagen: banal. „Noch trinkbar“, aber was heisst das schon? Kleinere Weine haben einen kürzeren Lebenszyklus, auch wenn sie aus dem Bordelais kommen. Und dies ist ein „kleiner“ Wein, ein Cru Bourgeois aus dem Médoc, zwar aus einem ordentlichen Jahr, aber eben nicht geschaffen, zwanzig Jahre durchzuhalten oder gar zu reifen, sich zu entwickeln. Doch was ist ein terroir„kleiner Wein“? Misst sich dies am Preis, am Alterungsvermögen, an der Reputation? Am Preis gemessen: dieser Wein kostet ca. 17 CHF – für einen Bordeaux eigentlich billig, also ein kleiner Wein? Wie gross ist sein Alterungspotential: gehen wir davon aus, dass ein Bordeaux (der alten Machart) generell etwa 10 Jahre reifen muss, kann, sollte: dann ist dieser Wein längst ausgereift, wahrscheinlich schon vor 10 Jahren, also ein kleiner Wein? Und die Reputation: ein altes Weingut, bereits 1810 gebaut, umgeben von 320 ha Land – davon etwa 30 ha Reben – und ein sehr grosses Weingut, das „elegante Weine macht … und wegen seiner kräftigen meist 9-10 Jahre Reifezeit braucht“. Also doch kein „kleiner“ Wein? Was habe ich gesagt: Alter ist ein Zustand und nicht ein Verdienst. Dieser Wein hat jedenfalls sein Alter – trotz perfekter Lagerung – schlecht abgedient.

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