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Bei einem Wagnerfan zu Hause BürgerspitalNatürlich im Bocksbeutel, verziert mit dem Wagner Festspielhaus von Bayreuth. Ein spezieller Wein, der mir hier eingeschenkt wurde - von einem Wagnerfan. Zum Aperitif etwas mastig, wenn auch elegant, finessenreich süss, mit einem feinen Süsse-Säure Spiel. Es geht da – in diesen Moment – vor allem um Richard Wagner und das Festspielort Beyreuth und weniger um den Wein. Und doch: der Wein kann durchaus mit der Wagnerkultur mithalten. Zwar will die leichte Süsse nicht so recht zu Wagners gefühlten, inhaltsschwangeren Musik passen und eine Götterdämmerung ist er auch nicht. Aber ein Wein, der die Harmonie so sehr betont - und das tut dieser Riesling - passt alleweil zu Wagner. Doch ich wage mich bei der Musik – und schon gar nicht bei der eingeschworenen Wagnergemeinde – nicht auf Äste hinaus. Zudem bin ich kein Liebhaber feinherber Weine, obwohl ich ihre Qualität durchaus anerkenne und schätze. Doch allein schon die herrliche Lage der Weinberge des Bürgerspitals und natürlich die Geschichte des traditionsreichen Weinguts – inklusive der sauberen, perfekten Vinifizierung – wecken immer wieder mein Interesse. FestspielhausUnd wenn ich gar auf der Homepage des Weinguts die folgende anekdotische Geschichte lese, bin ich nicht nur versöhnt mit Wagner und dem Wein, ich bin sogar begeistert, dass Wein immer wieder Träger von Geschichten und Kultur sein kann: „Zunächst dienen die Weine zur Versorgung des eigenen Bedarfs. 1598 bekommen die Spitalbewohner, Männer wie Frauen, täglich ein Maß - 1,22 Liter - Wein. Verhalten sich die Bewohner unbotmäßig, mischt ihnen das Spital zur Strafe Wasser in den Wein. Gehen die Ungehörigkeiten gar zu weit, wird die Weinration gestrichen - ein drakonischer Denkzettel. Bald finanziert das Bürgerspital aus den Reberträgen, der Landwirtschaft und der Vermögensverwaltung seine wohltätigen Unternehmungen.“ Doch das heutige Bürgerspital beruhigt uns sogleich: „Obrigkeitliche Strenge gibt´s zum Glück schon längst nicht mehr. Das Bürgerspital ist ein Ort für junge und alte Genießer“. Ich gehöre schon zu den älteren Geniessern, aber durchaus zu den Geniessern. Auch bei diesem Wein. Sein leichter Aprikosen- und Pfirsichhauch, die Typizität (welch Modewort!) eines Rieslings und die unaufdringliche, leichte Süsse vermag ich durchaus zu schätzen und anerkennen. Jedenfalls hat der Wein unsere Gespräche – nicht (nur) über Wagner – wunderbar beflügelt. Was kann man mehr von einem Wein erwarten?

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