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BeyerskloofEs macht so richtig Spass, die verschiedenen Pinotages zu verkosten und miteinander zu vergleichen. Dies ist bei anderen, populäreren Rebsorten kaum in diesem Umfang möglich, da das Angebot an Pinotages noch (fast) überschaubar ist, denn die Rebe1924 in Stellenbosch gezüchtet - wird eigentlich nur in Südafrika angebaut und gekeltert. So gelingt es mir (vielleicht) allmählich einen sehr breiten Überblick zugewinnen und wenigstens eine Rebsorte – in all ihren Varianten – kennen zu lernen. Wer den Pinotage nicht kennt, oder – wie so viele – zwar schon Pinotage getrunken (oder verkostet) haben, aber „nur noch keinen mich wirklich begeisternden, selbst zur Südafrika-Probe des Mitteldeutschen Weinforums gab es spannenderes als das, wo Pinotage drin war“ (Zitat von T.H), wird sich vielleicht langweilen, wenn ich öfters den Lehrpfad durch diese Rebsorte beschreite. Doch ich versuche in meinem „Getrunken“ eigentlich Geschichten zu erzählen, und die Geschichte rund um den Pinotage – den ich notabene sehr gern trinke – ist des Erzählens wert. Vor allem, weil man hier etwas in die Tiefe dringen kann, in die Tiefe der Rebsorte, des Terroirs, des Geschmacks, der DSC_7268 (verkleinert)Vinifikation etc. Gerade dieser Pinotage – vom Weingut Beyerskloof – ist für mich ein Lehrstück zum Thema Geschmack: Es ist der „kleine Pinotage“ des Weinguts (ca. 15 CHF), der in der Regel bei den verschiedenen Weinpäpsten (inkl. Platter) kaum in die „oberen Ränge“ kommt (90/100 und mehr Punkte, bei Platter 4.5 und mehr Sterne), sondern meist „untendurch“ muss (um 87/100), während er Spitzenpinotage des Weinguts (ca. 26 CHF) locker die 90/100 erreicht. Der teurere Pinotage ist – zweifellos – der anspruchsvollere (ältere Reben, 14 Monate im Fass etc.); aber ist es auch der bessere? Ist der rustikalere Kleine nicht mehr Pinotage? Muss der Pinotage immer so gemacht werden, wie er geschmacklich mehrheitsfähig ist? Nämlich (fast) so, wie viele andere Rebsorten:„dichtes Purpurrot. Intensive Aromen nach Brombeeren und roten Früchten fein unterlegt mit den Holznoten des Ausbaus…“? Oder darf (sollte, könnte) ein Pinotage eventuell auch so beschrieben werden: mit: „Peffer-, Teer- und Fruchtsaft-auf-heißem-Backblech-Noten“ (im Kommentar von J.K. zu einem meiner „Getrunken“)? Ich gebe zu – und da liege ich geschmacklich wohl voll daneben –, mir gefällt der „Kleine“ weit besser, auch wenn ich – in dieser Richtung – schon weit bessere Pinotages verkostet habe. Der Pinotage 2011 – so wie ich ihn jetzt im Glas habe – hat zu wenig Kraft, ist zu wenig eindeutig, hat von allem etwas, aber er formt sich trotzdem zu keinem klaren Geschmacksbild. Freundlich bin ich versucht zu sagen, schlicht, einfach, und freundlich.

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