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"Hallo ...,

Warnung !!!Bitte nicht weiterbieten. Mein Kennwort ist geknackt worden. Es handelt sich hier um Scheinangebote irgend einenr Hackerbande. Die Polizei und Ebay sind benachrichtigt. Ebay reagiert aber nicht. Warnung!!!!
- jenny1234* Name geändert.

Artikel- und Mitgliedsdaten
Artikelbezeichnung:
Je 1 0.7 l.Flasche Chateau Petrus 1999, 2001 und 2002
Artikelnummer: 290206074920
Artikel-URL:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=290206074920 "

E-Mails (Originaltext!) wie diese erreichen mich immer wieder, da ich - bei uns verdächtigen Angeboten -  mitbiete und die Artikelnummer in der Folge an eBay weiterleite. Diese Artikel werden nach Überprüfung des eBay Sicherheitsteams meist gesperrt. Leider gibt es aber immer wieder beendete Auktionen und gutgläubige Käufer die sogar an Kontoinhaber überweisen, deren Name nicht mit dem des Verkäufers übereinstimmt. Ebay warnt davor, Geld in so einem Fall zu überweisen. Jeder Verkäufer muss sich bei eBay ausweisen und die Kreditkarte oder das Bankkonto müssen gleichlautend mit der eBay-Anmeldung sein. Viele Käufer wissen das nicht und freuen sich über ein Kultwein-Schnäppchen. Ein Schnäppchen, welches sie jedoch nach erfolgter Bezahlung nie erhalten! Dass gleich mehr als 20 eher erfahrene Weinkenner so einem Betrüger in die Falle gingen, beweist wie unvorsichtig  manche beim Weinkauf im Internetauktionshaus agieren. In einem Aufsehen erregenden Fall ging es um fünf- bis sechsstellige Beträge.


Betrug ohne Folgen?

Ein Mitglied mit sage und schreibe 26 negativen Bewertungen konnte trotzdem noch einige Waren verkaufen. Die erste Negativmeldung war am 29.08.2007 “No action from seller after payment. Article not received. Fraud highly possible!“, weitere folgten mit Texten wie „STRAFANZEIGE WEGEN WARENKREDITBETRUGS GEGEN MUTTER UND SOHN GEHEN MONTAG RAUS! und die letzte am 27.09.2007 „This seller frauded over 20 Ebayers in August 2007 receiving over 45.000 Euro!!!“ Der „Verkäufer“ mit eBayname "polospieler1789" versteigerte über einen längeren Zeitraum Weine & Champagner, die er gar nicht hatte. Das Geld wurde von fast allen Gewinnern der Auktionen ohne Wenn und Aber überwiesen. Als nach mehreren Interventionen wegen nicht erhaltener Artikel von eBay wenig bis keine Reaktion erfolgte, entschlossen sich einige Käufer eine Anzeige bei der örtlichen Polizei oder Kripo gegen den Verkäufer zu tätigen. Zur Überraschung stellte sich  heraus, daß der Verkäufer ein junger Mann aus angeblich gutem Hause war und das eBay-Mitgliedskonto seiner Mutter für die Auktionen ohne deren Wissen benutzte. Er kannte das Passwort und änderte folglich die bei ebay hinterlegten Bankdaten für Zahlungseingänge aus Verkäufen, indem er seine Bankdaten bei eBay hinterlegte. Die von den Käufern überwiesenen Beträge gingen dann auf sein Konto und durch die Namensgleichheit (Nachname) fiel das nicht besonders auf. Die Mutter (Inhaberin eines renommierten Modegeschäfts in Süddeutschland!) versicherte später glaubhaft bei der Polizei, daß sie bei eBay schon seit längerer Zeit keine Aktivitäten mehr hatte und dementsprechend von den Verkäufen ihres Sohnes nichts wußte. Bei der Einvernahme erklärte er keinen Cent von den „Verkäufen“ zu besitzen, da er alles ausgegeben und verschenkt habe. Er wurde vorerst auf freien Fuß gesetzt.

Einer der meistgefälschten Weine weltweit: Petrus der Jahrgänge 1921% 1947% 1961% 1982

Geringe Kontrolle bei Neuanmeldungen

Da ebay zwar bemüht ist, Sicherheitslücken zu schließen, aber geradezu naiv in puncto Identitätsnachweis für Neukunden agiert, kann man mit fiktiven Namen und einer Emailadresse (freemail-Betreiber ohne Identitätsprüfung) jederzeit ein Mitglied bei eBay werden und schon nach ein paar Minuten die ersten Einkäufe tätigen! Die Person oder die Adresse werden vorerst nicht überprüft und trotzdem ist das Ebaykonto freigeschaltet. Ermutigt durch dieses leichte Spiel startete der gesperrte polospieler1789 im Sommer 2008 mit dem Mitgliedsnamen reindeerhunter1 erneut seine Verkaufstätigkeit bei eBay und versteigerte vorerst Kugelschreiber, Dom Perignon und einen Digital Camcorder. Die ersten positiven Bewertungen kamen, da er diese Waren auch versandte. Dann verkaufte er Roederer Cristal und einem Käufer, der zufällig unter den Geschädigten von polospieler1789 war, fiel dieselbe Adresse auch bei reindeerhunter1 auf! Wiederum war nur der Vorname anders. Nachname und Adresse stimmten überein. Der Käufer informierte sofort eBay und das Mitgliedskonto wurde erneut gesperrt.

Bei der großen Anzahl an Käufern aus verschiedensten Ländern (Österreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien) konnte man keine Sammelklage einreichen, da die differierende Gesetzgebung der einzelnen EU-Staaten auch unterschiedlich mit den Betrugsversuchen bei eBay umgeht. So mußte jeder geschädigte Kunde selbst Klage einreichen. Ebay sperrte zwar das Mitgliedskonto und sandte an alle Käufer die üblichen automatisch generierten Emails. „Es tut uns leid, dass Sie mit einem unserer Mitglieder Probleme hatten….. usw.“. Florian Dieb (Name geändert) wurde vor Kurzem rechtskräftig zu 1 Jahr und 11 Monaten - bedingt auf 4 Jahre - verurteilt. Ein glücklicher Kunde der einen ganzen Weinkeller von Florian Dieb um ca. 40.000.- Euro kaufte – aufgrund einer Annonce in der Süddeutschen Zeitung – erhielt dieses Geld von den wohlhabenden Eltern des jungen Mannes unter Klageandrohung zurück. Ob die geschädigten eBay-Käufer etwas von ihrem Geld je wieder sehen wird sich zeigen.


Risiko Onlinekauf

Das logische Denken ist bei Auktionen auf eBay bei sonst sehr verantwortungsbewussten Menschen kurz vor Auktionsende oft ausgeschaltet. Viele glauben in letzter Sekunde noch ein Schnäppchen machen zu müssen, ohne zB. die Beschreibung genauer durchzulesen. Immer wieder passiert es, dass vor allem unversierte Bieter bei eBay auf versteckte Fallen reinfallen. Da wird aufgrund eines schönen Fotos mit 2 Flaschen Latour eben auf 2 Flaschen Latour 2000 bis zu 1270.- Euro geboten, obwohl in der Beschreibung (wenn auch sehr klein geschrieben) steht, daß es sich bei der Auktion um 1 Flasche handelt und das Foto nur ein Symbolfoto ist. Gerne werden auch so genannte Schauflaschen verkauft. Das sind LEERE Flaschen aus einer Verkostung oder Nachbildungen der echten Flaschen der teuersten Kultweine als Souvenirs aus Bordeaux. In der Artikelbeschreibung wird oft erwähnt, dass der Wein 100 Parkerpunkte erhielt und ein Traum für Genießer und Anleger ist. Eine absolute Wertanlage also! Irgendwo im Text steht dann der kleine Vermerk: „Sie bieten auf eine leere Flasche. Bieten Sie nicht, wenn Sie damit nicht einverstanden sind.“ Trotzdem beobachten wir immer wieder, daß diese leeren Flaschen unglaubliche Auktionsergebnisse erzielen. Dass leere Flaschen neu befüllt werden und sich damit enormer Profit machen lässt, scheint der letztjährige Fall in Frankreich zu zeigen. 2 Flaschen Romanée Conti 1937 wurden für etwas mehr als 1000.- Euro versteigert. Der Füllstand war so niedrig, dass von einem Trinken keine Rede mehr war. Die Vermutung einer Neubefüllung machte damals die Runde. Eine gut erhaltene Flasche dieser Rarität bringt am Markt zwischen € 10.000.- und € 15.000.-!  Auch Berühmtheiten der Weinszene warf und wirft man das Fälschen von Weinetiketten und Weinen vor. Allerdings beweisen ein paar Zeilen in irgendeinem Magazin gar nichts. Schlechte Recherchen und Reportagen bringen eigentlich nur eine Branche in Verruf, die im Kampf gegen Fälschungen neue Mittel und Wege sucht, um dem Endverbraucher wirklich das zu geben, was er ins Glas zu gießen erhofft! Weine, die es wert sind, gefälscht zu werden, gibt es weniger als Uhren, Gemälde oder Artikel verschiedener Luxusmarken.

Also ist es wichtig, dass alle Internet-Nutzer die Risiken, die bei Auktionsplattformen auf sie lauern, genau kennen, damit sie ihrer Eigenverantwortung, nämlich dem gebotenen Selbstschutz, gerecht werden können.

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