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Das Burgenland ist viel zu weitläufig und komplex, um über einen Kamm geschoren zu werden. Lagen, Rebsorten und Klima sind so unterschiedlich, dass man auch mit pauschalen Jahrgangsbeurteilungen immer danebenliegen muss. Eines ist ziemlich sicher: von hier kommen die besten Blaufränkisch, die man finden kann. Doch auch aus anderen Sorten entsteht hier regelmäßig Erstklassiges, reinsortig und in Cuvées, weiß und rot. Berühmt ist die Region auch für die edelsüßen Dessertweine, die problemlos mit gutem Sauternes konkurrieren - die in unserer Probe aber völlig unterrepräsentiert waren und vielleicht auch eines Extrathemas bedürfen.

Auffällig ist die Entwicklung der letzten Jahre weg von alkoholstarken, röstig-holzwürzigen, dicken Blockbustern hin zu kühlen, feinen, straffen, wesentlich schlankeren und dennoch ungemein ausdrucksstarken Rotweinen, die Ihre Herkunft heute wesentlich deutlicher widerspiegeln als ihre bisweilen etwas überladenen Ahnen. Selbst jene Erzeuger, die Vorreiter des modernen, konzentrierten und neuholzwürzigen Stils waren und ihn oft auch bestens beherrschten, haben in manchen Fällen eine komplette Wende vollführt und erzeugen heute kühle, straffe, fordernde Weine. Die verkaufen sich zwar manchmal noch nicht so leicht wie ihre Vorgänger, wohl auch, weil sich die Kundschaft an die schweren Roten gewöhnt hatte, die ihnen von der Fachwelt zudem per Punkteflut wärmstens ans Herz gelegt wurden, sind aber auch im internationalen Vergleich jede Aufmerksamkeit wert. Vor allem die Blaufränkisch haben ihre Vorbilder hier ziemlich klar an der nördlichen Rhone, und man möchte sich in Blindproben oft wahrlich nicht festlegen.

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