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Moderne Önologen, knorrige Typen, unverdrossene Traditionalisten: Die Palette der Winzer auf Zypern ist groß. Rund 10.000 Familien liefern ihre Trauben ausschließlich an die größte Kellerei, den Genossenschaftsbetrieb Sodap ab. Viele andere beschicken die Großproduzenten KEO, LOEL und ETKO, den seit 1844 bestehenden und somit ältesten Weinbaubetrieb. Manche Winzer machen noch selbst Wein nach alter Väter Sitte, gelegentlich leicht modernisiert. Und immer mehr Produzenten setzen sich, häufig mit internationaler Ausbildung, auf jeden Fall aber mit Enthusiasmus für die traditionellen Rebsorten der Insel ebenso ein, wie für eine Rückkehr der Insel in die Reihe der international geachteten Weinregionen.

Die alten Tonkrüge haben ausgedient (Foto: Zenon Winery)

Langsam, aber sicher: Die Weinrevolution auf Zypern lässt sich Zeit.

Dabei ist die von vielen Kulturtouristen und Weinliebhabern besuchte Insel im östlichen Mittelmeer kein junges Weinland – ganz im Gegenteil: Schon um 3.000 vor Christus ist der Weinbau auf Zypern nachgewiesen. Es gilt somit als Mutterland des Weinbaus im gesamten Mittelmeerraum. Immer mehr Weine werden jetzt mit hochmoderner Ausrüstung, großem önologischem Fachwissen und noch größerer Leidenschaft hergestellt. Noch sind sie international – von der Pionierarbeit weniger Importeure abgesehen - kaum bekannt.

Das war früher anders: „Wir trinken Cyprier und küssen schöne Mädchen“, sagt Fiesco in Friedrich Schillers Trauerspiel „Die Verschwörung des Fiesco“ von 1782. Vermutlich dachte der weinliebende Dichter an eine Flasche des berühmten Dessertweines „Commandaria“, der bereits im 12. Jahrhundert als edles Getränk galt: Auf Befehl der Tempelritter, die sich in der Burg Kolossi in der Nähe von Limassol festgesetzt hatten, mussten die örtlichen Bewohner dem Burgkommandeur den „Commandaria“ als Zwangsabgabe aushändigen. Der Wein aus luftgetrockneten Trauben stand über Jahrhunderte für die Weininsel Zypern. Unter wechselnder politischer Herrschaft – mal Griechen und Römer, dann Kreuzfahrer, Türken und Briten – wurde die Weinkultur vernachlässigt. Zunehmend wurden große Teile der Produktion als „Ersatz-Sherry“ und anspruchsloser Fasswein nach Großbritannien, Deutschland und vor allem in die Sowjetunion und andere Mitgliedstaaten des Warschauer Paktes exportiert: Daher rührte die frühe Liebe russischer Touristen zur Ferieninsel, aber auch der Ruf von „Aphrodites Heimatinsel“ als Massenproduzent ohne höhere Ansprüche. Erst nach dem Wegfall des langjährigen Hauptabsatzmarktes Sowjetunion wurde die Weinwirtschaft modernisiert.

Weinberge soweit das Auge reicht

Seither wurden hunderte von Hektar Rebflächen neu angelegt, Dutzende von Gütern gegründet, der Ausbau in Tonkrügen aufgegeben, Keller auf den neuesten Stand gebracht – und seit wenigen Jahren auch Barrique-Fässer zur Reifung eingesetzt. Wenn auch nach wie vor der größte Teil der vor allem vom südlichen Tróodos-Gebirge stammenden Trauben von den „vier Großen“ verarbeitet wird, zeigen mittlerweile rund 50 Wein produzierende Betriebe, welche Qualitäten auf der Insel möglich sind. Die moderne Weinkultur hat Einzug auf Zypern gehalten, doch die Revolution auf der Geburtsinsel der Liebesgöttin Aphrodite lässt sich Zeit. Das zeigt ein Rundgang auf den Spuren Aphrodites durch rund 20 repräsentative Weingüter der Insel.

Zypern – zwischen Europa und Asien:

Die 9251 km² große Inselrepublik Zypern liegt als östlichste Insel des Mittelmeers näher an der asiatischen Landmasse und am nahen Osten als an Europa: Weniger als 100 km ist sie von der türkischen und der syrischen Küste entfernt. Dennoch trennen sie nur wenige Stunden von den wichtigsten europäischen Flughäfen. Trotz der seit 1974 bestehenden türkischen Besetzung des Nordteils ist die Insel 2004 in die Europäische Union aufgenommen worden. Aufgrund ihrer abwechslungsreichen Natur, ihrer reichhaltigen Geschichte mit vielen erhaltenen Zeugnissen der unterschiedlichen Kulturen und Epochen sowie ihres durchweg milden Klimas ist Zypern das ganze Jahr über ein beliebtes Ziel für Bade- und Bildungsreisende. Dem Urlauber bieten sich Hotelburgen ebenso, wie Unterkünfte in kleinen Küstenorten; dem Wanderer und Ausflügler karge Flächen im Tróodos-Gebirge und hochgelegene Waldlandschaften. Das mediterrane Klima Zyperns mit heißen Sommern und milden Wintern, in denen die mittleren Tagestemperaturen tagsüber nicht unter etwa 17–19°C fallen, wird nicht nur von den vielen Urlaubern auf der Insel als sehr angenehm empfunden. Auch den Reben, die hier seit dem 3. Jahrtausend vor Christus gepflanzt werden, behagt es so sehr, dass die neue Winzergeneration mit moderner Technik beachtliche Weine daraus keltern kann. Die alteingesessenen großen Weinproduzenten haben von vielen aufstrebenden kleinen Gütern ernsthafte Konkurrenz bekommen. Die AOC-Weinregionen der Insel wurden mittlerweile durch ein Netz von Weinstraßen systematisch erschlossen. Informationen gibt es hierzu z.B. unter www.cyprus-rural.com.

Im Westen der Insel – nördlich von Pafos

Theodoros Ficardos
An der Südküste südöstlich der Hafenstadt Pafos, ganz im Westen des Inselstaates, soll Aphrodite am Felsen Pétra toú Romioú den Fluten entstiegen sein. Sollte sich die Liebesgöttin heute von ihrer schönen Bucht auf die Suche nach guten Weinen begeben, könnte sie schon bald westlich in Mesogi, sechs Kilometer nördlich von Pafos, fündig werden. Das dortige Weingut Ficardos des früheren Gastronomen Theodoros Ficardos steht beispielhaft für die Weinrevolution Zyperns.

Ficardos: Aufstieg im Schnelldurchgang

Was 1988 noch als bescheidenes Hobby begann und zwei Jahre später zur Gründung eines Weingutes führte, präsentiert sich heute als einer der größten regionalen Produktionsbetriebe, der seinen Hauptabsatzmarkt allerdings nach wie vor in der alten Bezirksstadt hat. Dabei gehört Ficardos zu den wenigen Winzern ohne eigene Rebflächen; er kauft – wie so viele andere – das Traubenmaterial anderer Produzenten an. Aus seiner großen Produktionspalette ragt vor allem sein Rosé Valentina heraus. Die fruchtbetonte, halbtrocken ausgebaute Cuvée aus 95% Cabernet Sauvignon und 5 % Mataro – besser bekannt als Mourvèdre – macht mit ihrem erfrischenden Erdbeerduft deutlich, weshalb der Marktanteil der Rosé-Weine in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Beeindruckend sind auch sein roter „Ravanti“ aus der autochthonen Mataro-Rebe, der mit dunkeln Herbstfrüchten, Paprika- und Pfeffernoten ebenso körperreich wie kraftvoll daherkommt. Der auf Zypern am stärksten vertretenen weißen Rebsorte, Xynisteri, hat Ficardos in seiner „Amalthia“-Cuvée einen 20-prozentigen Anteil Sémillon Blanc an die Seite gestellt. Im reduktiven Stahltank-Ausbau zeigt sie sich aromatisch und würzig, mit kräftiger Säure und Aprikosennoten, als angenehm-fruchtiger, durchaus anspruchsvoller Alltagswein.

Vasilikon: Moderne Handwerkskunst

Yiannis Kyriakides
Noch weiter nordwestlich, oberhalb von Pafos in Kathikas, will das Weingut Vasilikon der Brüder Yiannis und Eracles Kyriakides Tradition, Regionalität und Moderne miteinander versöhnen. Wie auch schon sein Vater liebt Yiannis Kyriakides das Winzerhandwerk, das nicht in Beliebigkeit und Massenproduktion aufgehen soll. „Früher wurden traditionell nur schlechte Weine verkauft“, räumt Yannis ohne Umschweife ein; jetzt gebe es immer mehr qualitativ hochwertige Erzeugnisse, auf deren Produktion auch er sich konzentriert hat. Zwar findet sich auf seinen eigenen Rebflächen – immerhin 25 Hektar – die derzeit größte Vielfalt autochthoner Reben auf Zypern, was auf Experimentierfreude ebenso wie auf Unübersichtlichkeit des Programms schließen lassen könnte. Doch die autochthonen, seltenen Sorten wie etwa die weiße Morokanella werden im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums lediglich getestet; die Bestandsfläche wie auch 12 weitere Hektar, die derzeit zur Pflanzung vorbereitet werden, sind bekannterenn einheimischen und natürlich internationalen Sorten vorbehalten: Xynisteri, Cabernet Sauvignon, Shiraz, Maratheftiko und Mataro.

Die Weinproduktion konzentriert sich auf wenige Linien: Bekannt ist das Gut für seinen aromatischen Agios Onoufrios, eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot, deren Maische „wie Beaujolais Nouveau“ und ohne Holzeinfluss fermentiert wird. „Wir machen eine Mikrofermentation mit ganzen Trauben und erwärmen langsam von 14°-16°C auf 20°C, das haben wir mittlerweile gut unter Kontrolle“. Noch eindrucksvoller ist sein Cabernet Sauvignon „Methy“ von 2001,  der nach 16-monatiger Reifung im Fass und weiteren vier Jahren in der Flasche die Aromen von Kräutern und Gewürzen verströmt. Der Erfolg des 1993 gegründeten und somit schon „traditionellen“ lokalen Produzenten wird deutlich in den geplanten Erweiterungsbauten: In wenigen Monaten sollen Weinbar, Museum, Seminar- und Verkostungsräume zur Zukunftssicherung des Weingutes der Brüder Kyriakides beitragen.

Sodap: Die Menge reicht, jetzt geht es nur noch um Qualität

Alexis Machuca
Das industrielle Gegenbild zu Vasilikons handwerklichem Betrieb findet sich nur rund zehn Kilometer weiter östlich in Stroumpi: Die Kamanterena Winery – benannt nach dem Namen der Region – ist der größte Betrieb unter den vier großen Produzenten (ETKO, KEO, LOEL und SODAP) der Insel. Die 1947 in Pafos unter dem Namen SODAP gegründete Kooperative bezog vor fünf Jahren in den Bergen des Pafos-Distriktes ein neues Produktionszentrum, um die gewaltigen Mengen an Traubenmaterial – geliefert von 10.000 Mitgliedsfamilien aus 144 weinbautreibenden Orten – verarbeiten zu können. Der aus Venezuela stammende Chef-Önologe Alexis Machuca scheint das Lesegut so vieler Vertragswinzer allerdings nicht als Last, sondern vielmehr als Chance zu begreifen, aus qualitativ unterschiedlichem Material anspruchsvolle Weißweine – wie etwa eine mehrfach preisgekrönte, erfrischende Riesling-Xynisteri-Cuvée – zu erzeugen.

Vom größten Weinexporteur des Landes werden jährlich rund 4 Millionen Flaschen – vor allem aus den roten Sorten Mavro, Maratheftiko und Cabernet Sauvignon sowie den weißen Varianten Xynisteri, Spourtiko und der eher seltenen Giannoudi – erzeugt. Hierzu setzt Machuca neueste Technologie ein: In Großfermentern kann die Maische – ohne äußere mechanische Einwirkung oder Energiezufuhr - kontinuierlich mit der natürlichen Gärkohlensäure aufgemischt und der darüber liegende Tresterhut mit Saft überschwemmt werden. Auch in Modellversuchen mit Shiraz werden neue Verfahren eingesetzt: Mit großer Begeisterung präsentiert der leidenschaftliche Önologe Fassweinproben, deren Maische zunächst fünf Tage lang auf 8° C gekühlt, dann fünf Tage lang auf 24° C erwärmt wurde. Die Weine präsentierten sich in der Verkostung tatsächlich qualitativ verändert: Runder, weicher und intensiver, mit größerer Farbausbeute und weniger grünen Tanninen. Die Platzierung im dynamischen Weinmarkt Zyperns mit einer eigenen Stilistik ist ohnehin das Ziel von Alexis Machuca: „Die Menge reicht, jetzt geht es uns nur noch um die Qualität.“

Weinregion Zypern – breites, reblausfreies Sortenspektrum

Nur in wenigen Weinregionen der Welt hat die Reblaus keinen Einzug gehalten – zu ihnen gehört Zypern. Seit alters her gedeihen die Reben im südlichen Tróodos-Gebirge sowie in den Weinregionen um Pafos und Limassol ohne Aufpropfung, sondern lediglich mit Stecklingen auf den überwiegend von Kalkgestein geprägten Böden. Sie haben sich dadurch ihr ureigenes aromatisches Profil bewahrt. Vor allem im Südwesten der Insel stehen etwa 12.200 Hektar im Ertrag, zum Teil in einigen der höchsten Lagen Europas.

Auch wenn die Gemeinde Visperterminen im schweizerischen Oberwallis mit dem vermeintlichen Europarekord von 1.150 Metern wirbt - in der Weinregion Kyperounda mitten im zentralen Tróodos-Gebirge, nur etwa 50 Kilometer von der Hafenstadt Limassol entfernt, erreichen einheimische wie internationale Sorten bis in 1.500 Meter Höhe gute Qualität. Da sich die meisten Rebflächen in mehreren Hundert Metern Höhe befinden, sind die Trauben weitgehend vor mediterraner Hitze geschützt, die nächtlichen Temperaturunterschiede führen stattdessen vor allem bei den Weißweinen zur Ausbildung eines ausgeprägten, erfrischenden Säureprofils.

Die Bewirtschaftung der insgesamt kargen Böden reicht teilweise schon sehr an die Bedingungen des ökologischen Weinbaus heran, der von ersten Pionieren auf Zypern auch schon betrieben wird: Die Winzer kommen nahezu ohne Düngung und Pflanzenschutzmittel aus. Auch auf Bewässerung wird weitestgehend verzichtet. Lediglich die Neuanlagen von zumeist anspruchsvollen Winzern werden in den ersten Wachstumsjahren bewässert. Bei meist trockener Oberfläche sind die Reben häufig in der Lage, aus den tieferliegenden, feuchten Kalkgesteinsschichten mit ihrem feinen Wurzelwerk das nötige Wasser herausziehen.

Aufgrund natürlicher Schwankungen der keinesfalls auf Hochleistung getrimmten Weinberge liegen die jährlichen Erträge etwa zwischen 300.000 und 400.000 Hektolitern. Unter den roten Sorten herrscht die autochthone Mavro-Rebe vor: Mit etwa 5.400 Hektar nimmt sie rund 45% der gesamten bestocken Fläche ein. Sie ist recht ergiebig, aber wenig farbgebend und gilt eher als „beschränkt“ in ihren aromatischen Möglichkeiten. Den nächstgrößeren Anteil mit etwa 850 Hektar hat die Carignan, dann folgen Cabernet Franc mit 400 und Cabernet Sauvignon mit 320 Hektar. Die Mataro - besser bekannt als die hier eingewanderte Mourvèdre - ergibt körperreiche Weine mit Frucht und Tanninen, doch mit 220 Hektar ist sie angesichts ihres eher pflegeleichten Anbaus unterrepräsentiert. Viel schwieriger ist die autochthone Maratheftiko mit Verrieselungsneigung und ungleichen Reifegraden am gleichen Stock. Trotz ihrer mit Cabernet Sauvignon zu vergleichenden Struktur und Aromatik nimmt sie daher mit etwa 180 Hektar nur anderthalb Prozent des Sortenspiegels ein.

Xynisteri
Einsamer Spitzenreiter bei den weißen Sorten ist mit etwa 2.400 Hektar die autochthone Xynisteri-Rebe: Mit heller Farbe, leichtem Körper, zurückhaltendem Alkohol, dafür ausgeprägter Säure ergibt sie fruchtige, erfrischende Weißweine, die zumeist jung und gut gekühlt getrunken werden. Manche Winzer vermählen sie in einer Cuvée mit Sémillon, um den Weinen mehr Körper und Struktur zu geben. Einen kleinen Teil nimmt mit rund 50 Hektar die ursprünglich griechische „Muscat of Alexandria“ oder „Muscat of Malaga“ ein. Aus ihr entsteht ein Zypern-typisches Produkt: Hocharomatischer, edelsüßer und extraktreiche Dessertwein. Der berühmteste Süßwein ist allerdings der seit dem 12. Jahrhundert unter diesem Namen bekannte körperreiche Dessertwein "Commandaria", der aus dem Extrakt sonnengetrockneter Xynsteri- und Mavro-Trauben hergestellt wird. Der Export der zypriotischen Weine geht seit dem EU-Beitritt 2004 kontinuierlich zurück, doch auf der Insel selbst finden sie - nicht nur tourismusbedingt - immer mehr Anhänger: Der Pro-Kopf-Verbrauch ist von 13,2 Liter im Jahr 1998 bis 25 Liter im Jahr 2008 kontinuierlich angestiegen – immerhin fast die selbe Pro-Kopf-Menge wie in Deutschland.

Nordöstlich von Pafos

Tsangarides: Senkrechtstarter mit Bio-Ambitionen

Angelos Tsangarides
Die Familie von Angelos Tsangarides kann auf eine über hundertjährige Weinbaugeschichte im Örtchen Lemona im Pafos-Distrikt zurückblicken. Dennoch ist der energiegeladene Inhaber ein Senkrechtstarter: Kaum war das neue Weingut der Tsangarides Winery in der Hügellandschaft oberhalb von Pafos erbaut, gewann er schon mit dem ersten Jahrgang 2005 bei Zyperns nationalem Weinwettbewerb im Jahr 2007 zwei Goldmedaillen. Der rote Mataro präsentiert sich mit einem Strauß tiefgründiger Aromen, rund und weich: Ein Prachtexemplar der domestizierten Mourvèdre. Hocharomatisch, mit Frucht und seidiger Textur beeindruckt der zweite Preisträger, ein Cabernet Sauvignon. Sein Xynisteri–Tafelwein mit erfrischenden Zitrus- und Grapefruit-Noten gefällt ebenso wie die von ihm als „typisch zypriotisch“ charakterisierte, im Stahltank ausgebaute und daher feinfruchtige Cuvée aus Shiraz, Cabernet Sauvignon und Mataro.

Trotz aller Erfolge will sich Angelos Tsangarides mit einer jährlichen Produktion von 50000 Flaschen von rund 10 ha eigenen Flächen bescheiden: „Ich will nicht mehr größer werden“, sagt er recht abgeklärt. Xynisteri und Shiraz werden ohnehin zugekauft, Cabernet Sauvignon wächst auf gepachteten Flächen. Wichtiger ist ihm die ökologische Ausrichtung seines Gutes, die in drei Jahren abgeschlossen sein soll. Alle neu angelegten Weinberge sollen nicht mehr konventionell bewirtschaftet werden, Chardonnay und Mataro werden bereits organisch angebaut. Auch für die temperaturgesteuerte Fermentation soll die Energieversorgung bald von Sonnenkollektoren kommen. „Bio ist einfach mein Way of Life“, erklärt Angelos Tsangarides: „Ich bin davon überzeugt, dass Ökoweine in Zypern eine Zukunft haben, außerdem gibt es in diesem Bereich kaum Konkurrenz.“

Kolios: Naturliebhaber und Autodidakt

Marios Kolios
Marios Kolios genießt häufig den Blick aus den großen Fenstern seines Weingutes. Es gibt auch viel zu sehen: In Statos-Agios Fotios, dem höchstgelegenen Ort der Region Pafos, hat der leidenschaftliche Naturliebhaber und Winzer vor fünf Jahren das Weingut Kolios mit angeschlossenem Restaurant erbaut, das sich mit seiner zurückhaltenden Naturstein-Architektur wie kaum ein anderer Betrieb harmonisch in die Landschaft einfügt. Kilometerweit kann der Blick aus 800 Metern Höhe schweifen, wo der Autodidakt – „ich habe alles allein entwickelt, ohne önologische Fachberater“ – in einem der mittlerweile größten regionalen Weingüter kraftvollen Cabernet Sauvignon, harmonischen Maratheftiko und eine extraktreiche, ausbalancierte Cuvée „Agios Fotios“ aus Mavro und Maratheftiko keltert. So trocken die Gegend anmutet, so wenig Bedarf sieht Kolios für gezielte Bewässerung. Im Fasskeller zeigt er auf eine feuchte Wand, aus der einige feine Wurzeln ragen: „Das Kalkgestein speichert ausreichend Wasser für den Wein“, erklärt der in sich ruhende Marios Kolios. Doch die Zeiten waren für ihn nicht immer so ruhig: Noch bis 1999 baute der damalige Metzgermeister mit eigenem Geschäft in Pafos Trauben nur nebenbei an.

Als ein Supermarkt neben seiner Metzgerei eröffnet wurde und seine Kunden ausblieben, verlegte er sich noch im selben Jahr professionell auf die früher privat betriebene Leidenschaft und begann mit seiner Frau ein Weingut aufzubauen. Ein Jahr nach seinem Ausscheiden kamen die früheren und noch mehr neue Kunden in die nach wie vor bestehende Familienmetzgerei zurück – aus Unzufriedenheit über die Qualität des Fleisches des Supermarktes, wie er heute lächelnd und kopfschüttelnd erzählt. Aus 10 ha eigenen Reben und zusätzlich angekauften Trauben werden 300.000 Flaschen abgefüllt, der Rest wird als Fasswein und Bag-in-Box-Gebinde abgesetzt. Ein eigener Vertrieb beliefert auch noch den abgelegenen Privathaushalt mit einem Karton Wein. Für die Fortsetzung der önologischen Erfolgsgeschichte, die mit einem erfolgreichen Dienstleistungskonzept einhergeht, ist auch schon gesorgt: Einer der Söhne von Marios Kolios möchte Weinbau studieren.

Avacas: Potential in großer Höhe

Yiannakis Efstathiou
In Statos-Agios Fotios findet sich auch das 2009 neu erbaute Weingut Avacas von Yiannakis Efstathiou. Der ebenso freundliche wie zurückhaltende Winzer keltert bereits seit über 20 Jahren Wein, doch erst im neuen Gebäude verfügt Efstathiou über ausreichend Platz für den Weinausbau, aber auch über Räume für einen Verkostungsraum, ein Café und ein kleines Museum, die noch zusätzlich eingerichtet werden sollen. Auf der eigenen Fläche von 8 Hektar baut er vor allem Maratheftiko und Ophtalmo an; von Vertragswinzern kauft er die besten Erträge von Cabernet Sauvignon, Grenache und Xynisteri, die in der Abfüllung und auch finanziell den Hauptanteil darstellt. Die Gesamtproduktion von etwa 200.000 Litern geht knapp zur Hälfte in den Fassweinverkauf, 120.000 Flaschen gehen an Supermärkte, Restaurants und Hotels. 80% seiner Rotweine baut er als seltene Cuvée aus Maratheftiko, Mataro, Ophtalmo und Mavro aus.

Auffällig unter den Rotweinen ist sein halbtrocken ausgebauter, von Maratheftiko dominierter „Cornelious Medium Sweet“ mit deutlichen Noten von Malz, Sirup und Honig. Als erfrischender Basiswein präsentiert sich die weiße Cuvée aus Xynisteri und geringen Anteilen aus Spourtiko und Morocanella. „Noch ist alles unfertig“, entschuldigt sich Efstathiou, der sich auch nach der endgültigen Fertigstellung seines Weingutes nicht nur den Weinqualitäten widmen möchte: Sein Engagement gilt auch geistig und körperlich behinderten Kindern in Zypern, für die er als stellvertretender Vorsitzender eines Hilfevereins „nebenbei“ tätig ist.

Vouni Panagia: Weinpassion im Hochgebirge

Andreas Kyriakides
Noch höher als alle anderen Winzer in der Region Pafos, schon auf ded Bergrücken des Tróodos-Gebirges ist das Weingut Vouni Panagia von Andreas Kyriakides gelegen. In 850 Metern Höhe, knapp unterhalb der eigenen Rebflächen, die sich von 900 bis 1150 Metern erstrecken, hat sich der früher viele Jahre im Landwirtschaftsministerium tätige Weinbaubeamte seinen Traum wahrgemacht: In einsamer Lage eigenständige Weine zu produzieren, im State-of-the-Art-Keller auszubauen und in puristischer Architektur mit Beispielen typisch zypriotischer Küche zu präsentieren. Was sich heute als harmonischer Gebäudekomplex aus Restaurant, Produktionsbereich, Verkostungs- und Seminarräumen präsentiert, begann 1987 mit einer Handpresse in einer „Garage-Winery“, in der immerhin bis zu 80.000 Flaschen abgefüllt wurden. Heute sind es bis zu einer halben Million Flaschen, von denen vor allem der elegant-fruchtige Maratheftiko „Barba Yannis“, die fassgereifte, kräftige Cuvée „Kannavera“ aus Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon sowie der überaus aromatische weiße Spourtiko beeindrucken.

Zukünftig sind noch weitere Qualitätssprünge zu erwarten: Kyriakides war mit den Ergebnissen der autochthonen Rotweinrebe Mavro so unzufrieden, dass er sie auf seinen 20 ha eigenen Flächen komplett roden und durch Xynisteri, Maratheftiko und Spourtiko ersetzen ließ. Er gehört zur kleinen Minderheit der Winzer, die auf Buscherziehung verzichten und stattdessen geradlinige Zeilen aufrecht gezogener Reben bevorzugen. Sie ergeben „vor allem bessere Qualität, sind aber auch leichter zu bearbeiten und erlauben mit dem richtigen Rebschnitt bei der häufigen Wasserknappheit eine bessere Wasserversorgung“. Bis die Neuanlagen Früchte tragen, kauft er noch bei Vertragswinzern ein, die ihm die höchstmögliche Qualität aus den kargen, für Wein aber dennoch ergiebigen Böden liefern sollen: „Die Insel ist eben gesegnet von Gott, aber verdammt von der Geschichte“, lautet die Maxime von Andreas Kyriakides, der sich die Entwicklung der Insel und das Treiben in den Städten am liebsten in Ruhe „von oben“ anschaut. Ein locker-lakonisches Verhältnis hat er auch zum internationalen Markt für seine Weine, beispielsweise Deutschland: „Wir sind offen für Importeure, wenn der Markt unsere Preise akzeptiert“.

Ezousa: Kritiker und Aufbauhelfer

Michalis Constantinides mit Azubi
An der Zustandsbeschreibung der zyprischen Weinwirtschaft durch den Inhaber des Weingutes Ezousa im kleinen Örtchen Kannaviou, Michalis Constantinides, erkennt man den Business- und Marketing-geprägten Absolventen der Getränke- und Ernährungstechnologie an der Universität in Athen: „Ich möchte eine wirklich starke zyprische Weinmarke kreieren, schließlich sind wir noch weit davon entfernt, in der Weinkultur eine gemeinsame zypriotische Identität zu haben“. In der internationalen Weinwirtschaft gelte weithin, das der zyprische Wein „nicht bekannt“ sei - „und wo er bekannt ist, hat er kein gutes Image“. Zur Imageverbesserung trägt Constantinides mit seinem am Fluss Ezousa gelegenen, erst seit 2003 bestehenden Weingut bereits nach Kräften bei.

Aus 4 Hektar eigenen Rebflächen – und dem Traubenmaterial von weiteren zehn vertraglich gebundenen Produzenten – sind dem visionären Winzer nicht nur herausragende Rot- und Weißweine gelungen. Sein kraftvoller Maratheftiko überzeugt mit Frucht, Eleganz und ungewöhnlich starkem Tannin-Gerüst, der Xynisteri – mit 50% Hauptbestandteil im Sortenspiegel – animiert mit dichter Aromatik und Textur. In der Variante mit zehnprozentigem Ausbau in gebrauchten Barriques kommen noch Zitrusnoten und Tanninpräsenz hinzu. Damit nicht genug, war Constantinides auch Rosé-Pionier mit einem lachsfarbenen Maratheftiko, der gut gekühlt mit prickelnder Säure einen ebenso erfrischenden wie wohlschmeckenden Eindruck von den aromatischen Möglichkeiten der Maratheftiko-Rebe gibt.

Kloster Chrysorrogiátissas: Erbe fast dreihundertjähriger Weinbautradition

Im Innenhof des Kloster Iera Moni Chrysorrogiátissas, in 830 Metern Höhe in Panagiá gelegen, herrscht die Ruhe einer entrückt scheinenden, mönchischen Welt. Unerwartet laut und fröhlich wird es, wenn Feste wie der seltene Besuch des zuständigen Bischofs gefeiert werden – dem Klosterbesucher kann es dann widerfahren, mit Mönchen, Äbten und deren Familienangehörigen an lauten Tischen im bunt bemalten Speisesaal zu sitzen und zahlreiche Beispiele zyprischer Küche zu genießen. Dazu gibt es auch Klosterwein, zum Beispiel den weißen Xynisteri „Titus Andronicos“, der mit zurückhaltender Säure untypisch weich erscheint und an die Aromen eingelegter gelber Früchte wie Pfirsiche und Aprikosen erinnert. Das Wein-Flagschiff des Klosters, die kraftvolle Cuvée „Agios Elias“ aus Mavro, Maratheftiko und der auf der Insel seltenen autochthonen Ophtalmo-Rebe, hält mit Aromen dunkler Waldfrüchte, animalischen Noten und reifem Säuregerüst auch mit den stärksten Lammbraten mit, die in der Klosterküche und im außen gelegenen Restaurant serviert werden. Wenn Klostervorsteher Dionysios, eine ehrwürdige Respektsperson mit wallendem weißem Bart, mit viel Humor von der reichhaltigen Geschichte des Klosters erzählt, wird schnell seine besondere Stellung in der Weinbaugeschichte Zyperns deutlich.

Eingang der Kapelle Kloster Chrysorrogíátissas
Schon seit 1725 ist der Weinbau im 1152 gegründeten Kloster dokumentiert. Im Weinkeller zeugen noch alte Gerätschaften von der Mühsal des klösterlichen Weinbaus – darunter ein aus dem Jahr 1791 stammender, 700 Liter fassender Tonkrug („Pitharis“), in dem noch bis vor wenigen Jahrzehnten in vielen Gütern die Maische vergor. Nach verschiedenen Anläufen, die Weinproduktion in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wieder zu beleben, begann Abt Dionysios 1982 wieder mit dem Ausbau eigener Weine: Önologen und Agronomen aus Frankreich und Kanada hatten ihm dazu geraten. Mit den ersten Weinen von 1982 und dem Kauf der ersten mechanischen Presse war das Kloster das erste Weingut, das neben den großen Produzenten auf einen eigenständigen Weinbau setzte. Der Bedarf dafür war eigentlich immer da, sagt der Abt mit einem Lächeln: Schließlich ist der Wein „bis heute ritueller Teil des Gottesdienstes. Nach der seelischen Reinigung und Erhebung des Gläubigen wird ihm süßer Wein ausgeschenkt.“ 1999 fiel die Entscheidung, das Weingut 500 Meter weiter zu verlegen, da die notwendigen technischen Innovationen das Kloster zu stark verändert hätten. Der am Weingut beteiligte Önologe Andreas Fetas kümmert sich seither um die Fortsetzung der alten Weintradition. Auf rund 20 Hektar eigenen Flächen werden heute rund 150.000 Flaschen aus lokalen (Mavro, Maratheftiko, Xynisteri) und internationalen Sorten (Cabernet Sauvignon, Shiraz, Merlot), darunter auch ein Bio-Riesling, produziert.

Weinberge im Tróodos-Gebirge

Nordwestlich von Limassol

Nordwestlich von Limassol, der lebensfrohen Hafenstadt mitten an der Südküste Zyperns, findet sich nach etwa 25 Kilometern Fahrt durch die südlichen Ausläufer des Tróodos-Gebirges das Zentrum der zyprischen Weinproduktion. Zahlreiche traditionelle, aber auch neugegründete Güter mit großen Ambitionen liegen rund um das schöne Weindörfchen Ómodos.

Nicolaides: Die Kunst zeigt sich nicht nur auf dem Etikett

Nicos Nicolaides
In der Mitte zwischen Pafos und Limassol, im Weinörtchen Anogyra liegt das Weingut von Nicos Nicolaides. Als Absolvent der renommierten Weinbauschule im französischen Montpellier hat es der zielstrebige Winzer erfolgreich unternommen, auf dem 1986 gegründeten Weingut in nunmehr dritter Generation qualitativ anspruchsvolle Weine herzustellen. Der Sprung war groß: Vater und Onkel hatten für die Maischegärung noch die bauchigen, 700 Liter fassenden Tonkrüge benutzt. Zunächst waren neue Sorten anzupflanzen und der Keller mit Stahltanks, Kühlsystemen und Flaschenabfüllanlagen zu modernisieren. Vier Hektar Weinberge werden nun in etwa 800 Metern Höhe bewirtschaftet.

Dabei gelingt Nicos Nicolaides eine ganz eigene Stilistik. So hat er die Xynisteri mit weniger Frucht, dafür mit mehr Säure und Mineralik ausgestattet. Für die rote Cuvée aus Mourvèdre, Grenache und Mataro verzichtet er auf den Holzeinsatz, um die Fruchtnoten zwischen den natürlich starken Tanninen nicht zu überdecken. Dem Maratheftiko entströmen nach langer Maischegärung und 13-monatiger Fassreifung animalisch-wuchtige Aromen wie Mocca, Malz, Rumtopf und Speck. Wie sehr Nicolaides die Inspiration für seine unkonventionellen Weinprofile mit modernen Ausbaumethoden zu verbinden sucht, demonstriert er mit seiner besonderen Etikettengestaltung der trockenen Weiß- und Rotweine: Sie zieren Gemälde des englischen Malers John Corbidge, der viele Jahr auf Zypern lebte und nicht nur aus der Landschaft, sondern auch aus der türkischen Besetzung des Nordteils der Insel zahlreiche Anstöße für seine Arbeit empfing. Der Verbindung von Inspiration, Leidenschaft und Wissen kann, so Nico Nicolaides, nichts anderes als Qualität entspringen.

Zambartas: Modernisierer mit australischen Anstößen

Marcos Zambartas
“Die zyprischen Weine passen gut zur öligen Küche unseres Landes”, schwärmt der 29-jährige Inhaber der Zambartas Wineries in Limassol, Marcos Zambartas. Das kann man sich angesichts seiner blitzsauber ausgebauten, vor Frische und lebendiger Säure geradezu funkelnden Weine auch gut vorstellen. Der ebenso herzliche wie aufgeschlossene Winzer steht, wie er selbst betont, für die unkomplizierte Verbindung von neuer und alter Welt, von lokalen und internationalen Rebsorten, die möglichst immer in Cuvées ihren gemeinsamen aromatischen Ausdruck finden sollen. Seine moderne Weinstilistik ist unübersehbar geprägt von seinen reichhaltigen önologischen Erfahrungen, die er nach einem Chemie-Studium in London beim Studium der Önologie im australischen Adelaide und bis vor einem Jahr bei weinbaulicher Praxis in Neuseeland und Australien sammelte.

Bei der Arbeit an seinem ersten Jahrgang 2008 „gab es immer Diskussionen mit dem Vater, manchmal auch Kampf gegen den Vater“, erzählt Marcos Zambartas unbekümmert. Die Differenzen waren jedenfalls sehr fruchtbar: Auf nur 3 Hektar Fläche, davon ein Hektar im eigenen Besitz, gelingen Zambartas aus bis zu 75 Jahre alten Rebstöcken mit die reintönigsten, erfrischendsten Weißweine Zyperns. Die tropischen Aromen der Sémillon-Rebe und die Lemon-Noten der Xynisteri sorgen in seinen Cuvées für Komplexität und aromatische Fülle. Je nach Sémillon-Anteil kommen die stets jung zu trinkenden Weine fruchtig-leicht oder auch mineralisch-säurebetont daher. Sein im Stahltank gereifter Rosé, der Fruchtreife und Frische auf den animierenden Punkt bringt, kann geradezu als Musterexemplar eines modernen zyprischen Rosé-Weins gelten. Unter den Rotweinen gefällt vor allem der Lefkada, eine vor 80 Jahren eingeführte und von den zyprischen Böden bestens adaptierte Rebsorte. Als Solist wie als Cuvée mit Shiraz oder Cabernet Franc beeindruckt sie mit kräftiger Aromatik und fester Säurestruktur. Seine Jahresproduktion von 25.000 Flaschen ist immer ausverkauft, dennoch will er das Wachstum nicht überstürzen: Spätestens bei 50.000 Flaschen soll langfristig das Ausbaulimit des erst 2008 erbauten Weingutes erreicht sein.

Gaia Oinotechniki: Die Öko-Pionierin

Ioanna Panagiotou
So zierlich wirkt Ioanna Panagiotou, Inhaberin des bislang einzigen Ökoweingutes auf Zypern, Gaia Oinotechniki, dass man zunächst ihre Zielstrebigkeit übersehen könnte. „Gesundheit und Qualität“ waren von Anfang an ihre stetig verfolgte „Bio-Philosophie“, sagt die heute 44-jährige Winzerin, die das Weingut bereits 1988 im Alter von 23 Jahren übernommen hatte. In 600 Metern Höhe wachsen auf 5 Hektar eigener Rebflächen die für Öko-Anbau besser geeignete Mavro, aber auch die „etwas schwierig zu handhabenden“ Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Shiraz und Carignan. Von der Gegend um Pafos bezieht sie Xynisteri-Trauben, aus den hochgelegenen Hängen des Ortes Kyperounda kommt ökologisch angebauter Maratheftiko. Da die ohne jede Bewässerung erzielten Erträge noch unter dem ohnehin niedrigen Schnitt der zyprischen Weinproduktion liegen, ist Ioanna Panagiotou auf Zukäufe von Vertragswinzern angewiesen. Diese nehmen zwar zu, doch das gilt auch für die Kosten: Der Preis von 80 Cent für ein Kilogramm ökologisch erzeugter Trauben liegt um ein Viertel höher als jener konventionell erzeugten Traubenmaterials.

Ihr individuelles Öko-Erzeugerprofil lässt Ioanna Panagiotou neben zwei noch konventionell erzeugten Gewächsen in vier Bioweinen deutlich werden. Von diesen gefallen vor allem der trockene Grenache-Rosé „Oenanthi“ – geradezu eine aromatische Erdbeer-Himbeer-Fruchtbombe mit dennoch schlankem Körper – und der elegante, an dunkle Beeren und Kaffee erinnernde Cabernet Sauvignon „Kylix“. Die „Verkostungsschale“ – so die Übersetzung – könnte damit häufig gefüllt werden. Für die roten Weine lässt sie sich ohnehin viel Zeit: Sie kommen zumeist erst nach zwei bis zweieinhalb Jahren auf den Markt. Ausdruck ihres konsequent ökologischen Profils ist auch ihr politisches Engagement: Als Generalsekretärin der zyprischen Grünen vertritt sie die Öko-Partei als einzige unter 56 Abgeordneten im Parlament in Nikosia.

Vasa: Heimatverbundener Qualitätsfanatismus

Pambos Argyrides
Eine Sonderstellung in der zyprischen Winzer-Avantgarde nimmt auch das Weingut Vasa im Örtchen Vasa Koilaniou, 25 Kilometer von Limassol entfernt, ein. Inhaber Pambos Argyrides ist derzeit der einzige Winzer auf Zypern, der ausschließlich eigene Weinberge bearbeitet – die Unwägbarkeiten aus Erträgen gepachteter Rebflächen will er sich nicht zumuten. Der weitgereiste, international erfolgreiche und doch sehr heimatverbundene Geschäftsmann und traditionsbewusste Qualitätsfanatiker verweist in seinem 200 Jahre alten, komplett restaurierten Haus auf einen Tonkrug für die Maischegärung aus dem Jahr 1873: „Damit haben wir noch bis 1995 gearbeitet“, sagt Argyrides. Heute produziert er aus den Trauben seiner 11 Hektar Reben jährlich 30.000 Flaschen in modernsten Stahltanks, nutzt die Schwerkraft für den Maische-Transport und lässt alle Weine nach den Fermentationstanks in Barriques aus Alliers- und Nevers-Eiche reifen. „Wir brauchen viel Erfahrung, und wir brauchen Know-how für die Reben und für den Keller.“ Früher, in den letzten 50 Jahren, sei das anders gewesen: „Das Monopol der großen Vier hat ja keine Konkurrenz zugelassen.“ Jetzt ist die Konkurrenz da, aber auch die Bereitschaft, vom Können der großen Neuerer der zyprischen Weinkultur zu profitieren und sich von ihnen beraten zu lassen.

Unter der önologischen Expertise des renommierten Winzers und Beraters Sophocles Vlassides entstehen im Keller der Vasa-Winery Weine mit einer Stilistik, die den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauchen, wie der umfangreiche Export in die USA, nach Großbritannien und in die Schweiz zeigt. Der elegant-kraftvolle Mataro, der harmonische Maratheftiko, der fruchtexplosive Cabernet Sauvignon oder der komplexe Mourvèdre – allesamt 12 bis 18 Monate Barriques-gereift – werden nicht an Supermärkte, sondern nur an ausgewählte Fachhändler und Tophotels verkauft. Es erstaunt nicht, dass Pambos Argyrides auch den Vertrieb noch genau kontrollieren möchte – „also haben wir für den Verkauf in Zypern eine eigene Gesellschaft gegründet.“

Vlassides: International geprägter Wegweiser

Sophocles Vlassides
Mit kaum einem anderen Winzernamen ist Zyperns Weinrevolution derart verknüpft wie mit Sophocles Vlassides. Die Offenheit für neue Trends im Weinbau war wohl schon familiär angelegt: Der Vater des Ausnahmewinzers hatte in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts die Rebflächen aus „experimentellen Gründen“ mit internationalen Rebsorten bepflanzt. Nach Studien der Chemie in London und der Önologie an der renommierten Davis-Universität in Kalifornien startete Vlassides 1998 im kleinen Heimatdorf Kilani, einem von Landflucht geprägten Berg- und Weindörfchen. Von Anfang an importierte Sophocles Vlassides neue Erkenntnisse über weinbauliche Methoden. Er führte den Gebrauch von Eichenfässern zur Reifung der Rotweine ein und warb bei vielen seiner Kollegen erfolgreich dafür, dem Weinberg sehr viel mehr Sorgfalt zu widmen: Mit systematischer Bewässerung in den langen Trockenperioden und konsequenter Laubarbeit. „Die Trauben müssen so gut wie möglich sein“, bekräftigt Vlassides, um eine möglichst hohe Ausgangsqualität für den qualitätsorientierten Ausbau im Keller zu erreichen. Das gelingt ihm in beeindruckender Weise, wie etwa der ungefilterte, kraftvoll mit Röstaromen auwsgestattete Maratheftiko oder die seidige Textur des Shiraz mit Kaffee- und Pfefferaromen zeigen.

Eine Probe auf seine kalifornischen Lehrjahre ist auch der Cabernet Sauvignon, der nach 14 Monaten Fassreifung Cassis- und Gewürzaromen verströmt und lange im Gaumen anhält: „Die phenolische Reife zu erreichen ist hier sehr schwierig“, erläutert Vlassides, „die Reben müssen dafür von einem geschulten Team geschnitten werden. Ich habe ihnen gezeigt, wie sie es machen müssen, jetzt wissen sie, wie es geht“. Seine international geprägte Stilistik zeigen sich im Sortenspiegel: Shiraz wird auf 50% der Anbaufläche angebaut, auf dem Rest finden sich zu etwa 30% Cabernet Sauvignon, 10% Xynisteri sowie Merlot und weitere Sorten wie Cabernet Franc. Der lokalen Xynisteri-Rebe bescheinigt Vlassides zwar das Potential für „sehr frische, junge Weine“, doch fatalerweise hätten sie dauerhaft ein „Fünf-Euro-Image“ – für solche Weine sei sein Betrieb aber schlicht „zu klein“. Für den zyprischen Markt seien sie zwar durchaus „o.k.“, doch die Finanzierung seiner Produktion müsse er über den Shiraz sicherstellen, von dem er zurzeit jährlich immerhin 20.000 seiner rund 50.000 Flaschen umfassenden Produktion absetzt. Sophocles Vlassides sprüht vor Ideen und scheint vor Ungeduld zu vibrieren, sein Wissen und seine Experimentierfreude zum Wohl der zyprischen Weinwirtschaft einzusetzen. Doch zunächst sollen die derzeit noch 25 Standorte, auf die sich die 12 Hektar Rebflächen seines Weingutes erstrecken, zukünftig zur Arbeitserleichterung so gut es geht zusammengefasst werden.

Ayia Mavri: Der Anstoß kam aus Österreich

Yiannoula Ioannidou und Dr. Ioannis Ioannides
Das Erweckungserlebnis für die Winzerkarriere hatte das Ehepaar Ioannis Ioannides und Yiannoula Ioannidou nicht in Zypern, sondern bei einer Weinreise im österreichischen Burgenland vor 30 Jahren: Der Anblick von „Buschenschänken“, bei denen kleine Weingüter mit ausgehängten Zweigen auf ihren Privatausschank aufmerksam machen, hatte die heutigen Eigentümer des Weingutes Ayia Mavri spontan überzeugt. Warum sollte es nicht auch in Zypern möglich sein, der Liebe zum Wein professionell nachzugehen, im heimischen Weinörtchen Kilani wie die Nachbarn auch regionalen Wein zu erzeugen – und selbst zu verkaufen? Schon fünf Jahre später begann die Flaschenabfüllung des Gutes, wobei die Hauptarbeit bei der Autodidaktin Yiannoula Ioannidou lag – Gatte Ioannis Ioannides leitet bis heute als Facharzt für Herzkrankheiten eine Poliklinik in Limassol. 4,5 Hektar werden heute bei einer Jahresproduktion von etwa 50.000 Flaschen bewirtschaftet.

Die Weine von Ayia Mavri – der Name kommt von der aus dem 12. Jahrhundert stammenden, benachbarten Kapelle Hagia Mavri – fanden schnell zahlreiche Abnehmer. Die Cuvée „Esperino“ (Abendmesse) aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc gefällt mit kräftiger Struktur und Pfeffernoten, eine weiße Cuvée aus Xynisteri und Muscat schmeichelt sich unwiderstehlich ein als halbtrockener, nach Mirabellen duftender Aperitif. Erfrischend wirkt der schlanke und elegante Xynisteri, dessen baldiger Genuss nach der Abfüllung empfohlen wird. Doch geradezu ein Husarenstreich ist Ayia Mavri mit ihrem edelsüßen Moscato gelungen: Schon dreimal gab es in den letzten Jahren Goldmedaillen aus Griechenland, Zypern und Frankreich für einen mit harmonischem Süß-Säure-Spiel und überbordender Aromatik ausgestatteten Dessertwein. Ein Besuch des freundlichen Winzerehepaares von Ayia Mavri sollte mit einem Rundgang durch das beschauliche, an starker Landflucht leidende Kilani verbunden werden: In der früheren Hauptstadt der Weinregion östlich von Ómodos leben nur noch 250 statt wie früher 2000 Einwohner.

Hochburg der Weinkultur: Weindorf Ómodos

Linos: Geheimdienstler als Seiteneinsteiger

Erodotos Erodotou
Diese Geschichte konnte nur auf Zypern geschrieben werden: 1974, im Jahr der türkischen Besetzung des Nordteils der Insel, flieht der Geheimpolizist Erodotos Erodotou mit seiner Frau von Norden nach Süden, zu seinem Geburtsort Ómodos. Jahre später plädiert Frau Erodotou dafür, sich professionell mit Wein zu befassen. Der frühere Nebenerwerbswinzer zieht mit und gründet 1988 in 900 Metern Höhe das Weingut Linos, das heute von 22 Hektar – davon 12 in eigenem Besitz – jährlich rund 200.000 Flaschen produziert. Über den Direktverkauf wird der Hauptabsatz sichergestellt, kleinere Mengen werden auch in Supermärkten abgesetzt. Während in der großen Höhe Sorten wie die weiße Sultanina eher blass ausfallen, gelingt es dem unkonventionell-knorrigen Seiteneinsteiger, in der kraftvollen, an gelbe Früchte erinnernden Cuvée „Linos“ – altgriechisch für „Weinpresse“ – die kräftige Säure des Xynisteri mit den Aromen des in dieser Höhe gut gedeihenden Riesling zu verbinden.

Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht von 10 bis 12 Grad lassen viele Trauben nicht ganz ausreifen, so dass sie bis in das Spätjahr am Stock hängen bleiben und dann als Tafeltrauben verkauft werden. Was nicht gelesen wird, bleibt für Gäste hängen, die alljährlich am 4. Dezember, dem Fest der heiligen Barbara, zur Traubenlese in das Gut kommen. Der Mavro wiederum liebt die Kalkböden und Temperaturdifferenzen so sehr, dass er leicht und fruchtig ausfällt und von anderen Winzern zur Beimischung für ihre Weine angekauft wird. Eine Regel für den Ausbau nimmt sich Erodotou, der keineswegs wie ein verschlossener Mann des Geheimdienstes, sondern eher wie ein schelmischer Vertreter des alten Winzerstandes wirkt, besonders zu Herzen: „Ich bin gegen jede Art von Holzeinsatz, da er lediglich den Wein verfälscht“.

Zenon: Tradition und Eigensinn

Zenon Zenonos
Zenon Zenonos ist nicht nur Traditionalist wie kaum ein anderer Winzer, sondern auch eigenwillig: Lange Jahre musste sich der Produzent und Traubenlieferant nach der Lese ststs gedulden, bis er seine Trauben an Großproduzenten abgeben konnte. 1998 war damit Schluss: In 900 Metern Höhe erbaute er an der Hauptstraße nach Ómodos sein modernes Weingut Zenon und füllt nun die Erträge aus 15 Hektar eigenen und etwa anderthalb Hektar gepachteten Weinbergen in eine jährliche Produktion von rund 50.000 Flaschen ab. Seinem weinbaulichen und kellertechnischen Eigensinn kann der Autodidakt Zenonos, der früher ob seines Wissens von der Regierung oft als Berater herangezogen wurde, nun freien Lauf lassen. So setzt er unverdrossen auf die heimische Mavro-Traube als Basis für alle rote Cuvées, die wie die weiße Xynisteri sowohl trocken als auch halbtrocken ausgebaut werden und ebenso aromatisch wie extraktreich ausfallen. Die Temperatur der Rotweinmaische lässt er nie über 25 Grad ansteigen, da die Aromen ansonsten „zerstört“ würden. Die Cuvée aus Shiraz und Maratheftiko überzeugt so mit Frucht und Substanz, säurekräftig und doch balanciert. Auch die abgefüllten Flaschen erfahren bei Zenon Zenonos eine Sonderbehandlung: Nach der Füllung stehen sie noch drei Tage und werden dann zur Lagerung auf 15 Grad bei 70% Luftfeuchtigkeit gekühlt. Zudem geht Zenon Zenonos gezielt das Risiko ein, die weißen Rebsorten erst im Oktober zu lesen: „Sie geben dann mehr Aromen, Säure und Alkohol“, ist er überzeugt.

So modern sich das Weingut auch präsentiert, die Erinnerungen an die alte familiäre Weinbaupraxis bleiben stets präsent: Im Verkaufsraum zeigt er gerne den 700 Liter fassenden Tonkrug für die Maischegärung, der von seiner Großmutter noch selbst hergestellt und als einzige Mitgift in die Ehe gebracht wurde: „Das war alles, was sie hatte.“ Noch bis 1998, bis zur Fertigstellung seines eigenen Weingutes, wurde der Krug mit vielen anderen auf dem Hofgelände genutzt: Die in das riesige Gefäß gefüllte Maische wurde mit einer Marmorplatte und Gips verschlossen, stand darin 12 Tage lang und wurde dann mit eingetauchten Körben abgezogen. Die Tradition symbolisiert auch der Tresterbrand Zivania, über dessen Produktionslizenz neben den „Großen Vier“ nur noch das Weingut Zenon und das Kloster Kýkko verfügen.

Olympus: Gelungener Spagat

Olvia Haggipavlou und Themis Themistocleous
Das zu ETKO, dem ältesten Weingut Zyperns von 1844, gehörende Weingut Olympus wurde 1992 in Ómodos als „zweite Filiale“ neben dem Stammhaus in Limassol gegründet. Zumal im 2007 erbauten neuen Kellereigebäude wird nun erfolgreich der Spagat aus großen Produktionsmengen und Qualitätsweinen probiert. Der ETKO-Mutterkonzern mit Eigentümer Antonis Haggipavlou war noch über Jahrzehnte erfolgreich mit dem Export von Fassweinen und billigen Flaschenweinen vor allem in die damalige Sowjetunion. Heute agiert Olympus als „Big Player“ mit 50 Hektar eigenen Rebflächen nicht nur im heimischen Markt erfolgreich, sondern liefert bei einem 50%igen Exportanteil nach Kenia und Uganda ebenso wie etwa nach Schweden, Großbritannien und Australien. In der topmodernen Kellerei mit einer jährlichen Kapazität von etwa einer dreiviertel Million Flaschen baut dessen technischer Direktor, Themis Themistocleous, an lokalen Sorten nur Xynisteri und Maratheftiko aus; erzeugt wird zudem auch der Dessertwein Commandaria. Der Süßweinabsatz gehe aber immer weiter zurück, erklärt Exportmanagerin Olvia Haggipavlou.

In der internationalen Konkurrenz will sich Olympus nun vor allem mit den „kosmopolitischen Sorten“ Shiraz, Cabernet Sauvignon und Merlot behaupten. Mit zwei Hektar ökologisch angebautem Merlot gehört Olympus nun auch zur noch kleinen, aber feinen Gruppe der Biowein-Pioniere auf Zypern. „Nicht wettbewerbsfähig“ mit Weinen im „unteren Supermarktregal“ seien die Olympus-Erzeugnisse, bekräftigt Olvia Haggipavlou. Da gehören die Weine des qualitativ aufstrebenden Unternehmens auch wirklich nicht hin: Der Cabernet-Sauvignon-Rosé überzeugt mit fruchtiger Aromatik, Finesse und Nachhaltigkeit, die Cuvée „Keller 62“ aus 50% Cabernet Sauvignon, Mataro, Grenache und Carignan gefällt mit Brombeer- und Cassisnoten. Ein schönes Beispiel für die neue Stilistik ist auch ein ebenso kraftvoller wie fruchtiger Merlot, der vier Monate in neuen Barriques reifen konnte.

Kyperounda: Dynamische Winzergesellschaft in luftiger Höhe

Minas Mina
Das im zentralen Tróodos-Gebirge im Örtchen Kyperounda gelegene gleichnamige Weingut gehörte schon wenige Jahre nach seiner Gründung 1998 zur Spitze der zyprischen Weinproduzenten. Außergewöhnlich ist nicht nur seine Eigentümerstruktur: Während 70% der Anteile vom zyprischen Getränkekonzern Photo Photiades Group gehalten werden, gehören 30% des Unternehmens 40 Winzern der Region um Kyperounda. Deren Erträge werden jedoch nur fallweise nach vorheriger Qualitätskontrolle übernommen. Mehrheitlich pflanzen sie ohnehin die rote Mavro an, von der Önologe Minas Mina, einer der erfolgreichsten Zyperns, wenig hält und die er daher nicht ausbaut: „Dünne Schale, viel Saft, kein Extrakt, das sind nur Tafeltrauben“. Herausragend sind die Höhenlagen des Gutes – 1140 Meter – und der Rebflächen, die sich hier von 1200 bis 1500 Metern Höhe erstrecken: „Wenn man von ein paar Ar auf den Kanaren absieht, haben wir die höchsten Weinberge Europas“, sagt Minas Mina. Da das Gut derzeit aber nur über 4 eigene Hektar im Ertrag verfügt und 18 gepachtete Hektar erst kürzlich mit Xynisteri bepflanzt hat, stammen die Trauben für die jährliche Produktion von rund 300.000 Flaschen

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